Samstag, 1. November 2025

Nostradamus verstehen

 

Die Prophezeiungen des Nostradamus verstehen lernen

Hat Nostradamus die Zukunft vorher gesagt? Die Einen sagen nein, die anderen ja. Ich behaupte: bisher weiß das niemand.Ich weiß es auch nicht.

  Aufgrund eines Erlebnisses, welches ich vor vielen Jahren hatte und über das ich auf meiner Webseite schreibe  (Nostradamus), gehe ich seit Jahrzehnten in größeren Abständen dieser Frage nach. Immer wieder habe ich zwischendurch aufgegeben, weil mir dieses Unterfangen aussichtslos erschien, aber immer wieder habe ich damit auch wieder angefangen.

Zumindest im Moment verwende ich ausschließlich die Ausgabe von Wien, weil ich diese schon seit langer, langer Zeit als Kopie zu Hause habe. Doch nicht nur deshalb.

  Die Ausgabe enthält 353 Vierzeiler.

Obwohl er von jeweils 100 Vierzeilern spricht. In einer späteren Ausgabe wurden die fehlenden Vierzeiler ergänzt, sodass es schließlich dann doch 100 wurden. 

  Gehört nun der nächste Teil zum ersten dazu, oder hat ein Teil mit dem anderen nichts zu tun?

  Nostradamus hat sich die  Mühe gemacht, sein Buch mit einem Privileg zu versehen. Ich würde sagen, dass entspricht ungefähr einer ISBN Nummer. Das heißt, damit soll gewährleistet werden, dass es ein Original ist und keine Fälschung. Aber ist das wirklich so?

Es gibt zwei Ausgaben, die angeblich am selben Tag, in derselben Druckerei hergestellt wurden. Was total absurd ist. Im Jahr 1555 war das Drucken von Büchern noch eine Kunst und sehr aufwändig. Da ich nur diese eine Ausgabe zur Hand habe, die ich für die Originalausgabe halte, kann ich keinen direkten Vergleich herstellen. Das haben schon andere vor mir gemacht. Einige Forscher meinen, die Ausgabe in Albi sei die erste, weil in ihr viele Fehler zu finden seien. Gerade das spricht aber meiner Meinung nach dagegen. Ich glaube nicht, dass die Wiener Ausgabe eine korrigierte Ausgabe derjenigen von Albi ist. Eher denke, die Ausgabe von Albi ist eine schlechte Kopie. Warum sollte ein und derselbe Verlag zwei Ausgaben desselben Buches am selben Tag, bzw. in demselben Jahr drucken? Fehler zeigen, dass etwas nachlässig gemacht wurde. Beide Ausgaben weisen Fehler auf, aber diese stimmen nicht miteinander überein, so viel ich den Texten anderer Nostradamus Forschern entnehmen konnte.

  Auf jeden Fall unterscheiden sich die beiden Ausgaben voneinander, wenn auch nur geringfügig. Ob ein Privileg tatsächlich vor einem Raubdruck schützen konnte, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, aber ich glaube es nicht.

Ein Unterschied ist deutlich sichtbar. Das hier ist die Ausgabe, die in der österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

Vielleicht wollte Nostradamus die Überschrift so, wie sie schließlich geworden ist. Vermutlich eine Spezialanfertigung.

Ich nehme an, das hier ist die andere Ausgabe, die in Albi zu finden ist. Ich habe das Foto nur aus dem Internet. Dieser Unterschied spricht für die Wiener Ausgabe als Original. Die Buchstaben für die Überschrift scheinen extra angefertigt worden zu sein. Perfekt wirken sie nicht gerade. Ein Fälscher hätte sich die Arbeit sicher nicht gemacht, er hätte die bereits vorhandenen Buchstaben verwendet, so wie das in der Ausgabe von Albi zu sehen ist.

Für Fälscher war es sicher wichtig, das "richtige" Datum zu verwenden, weil der Text unbedingt vor dem Ereignis liegen musste. Nun wusste man zwar nicht, welcher Ereignisse nun konkret gemeint waren, aber ich denke: sicher ist sicher!!!

  Viele Fremde, aber auch sein Sohn hatten Interesse daran, das Werk am Leben zu erhalten, weil es sich gut verkaufte.

  Der Text sollte zumindest scheinbar noch zu Lebzeiten des Herrn Nostradamus erschienen sein, um überzeugend zu wirken, sofern sich das irgendwie machen ließ. Nostradamus starb am 2. Juli 1566. 11 Jahre nach dem Erscheinen seines bis dahin wichtigsten Buches. Alles was nach diesem Datum gedruckt wurde, geschah also sicher ohne seine Kontrolle. Aber war er vor diesem Datum auch noch in der Lage, weitere Verse zu verfassen, oder den Druck seiner Bücher zu beaufsichtigen? Mit Sicherheit kann man das nicht sagen.

  Nostradamus starb mit 62 Jahren angeblich an einem Herzinfarkt, oder Asthma-Anfall in Folge seiner Wassersucht. Er hatte seit Jahren an chronischer Gicht gelitten, die zu Nierenversagen führte. Angeblich hatte er seinen Tod vorher gesagt, was man leider nicht überprüfen kann. Seine Anhänger/innen neigten und neigen bis heute zur Legendenbildung und schriftlich scheint er nichts in dieser Hinsicht längere Zeit davor, hinterlassen zu haben. Es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Dieses Buch verwendet dasselbe Bild, wie das Buch aus dem Jahr 1555, obwohl es sich um einen anderen Verlag handelt und auch viel später gedruckt wurde. Bilder kopieren scheint also nicht sehr schwierig gewesen zu sein. Als dieses Buch erschien, lebte Nostradamus nicht mehr.

  Der Text wurde in späteren Ausgaben nur minimal verändert, aber die Schreibweise blieb nicht gleich. Bei den alten Ausgaben wurde auf Buchstaben verzichtet, die doppelt vorkommen, so wie das auch früher im Deutschen üblich war. Man schrieb eine Wellenlinie auf den Buchstaben, um damit seine Verdoppelung anzuzeigen, oder auf den Buchstaben davor, um zu zeigen, dass danach ein N, oder ein M folgen würde. Das war insofern sinnvoll, als man sich damit viele Lettern ersparen konnte. Statt 2x N, konnte man 1x N mit Wellenlinie setzen. Zeichnungen wurden wiederholt verwendet, weil man sie per Hand herstellen musste. Es wäre ein zu großer Aufwand gewesen, sie für jedes neue Buch neu herzustellen. Deshalb kommen in verschiedenen Büchern immer wieder die gleichen Bilder vor.

  Sie zu kopieren war leichter, als selbst welche zu machen. Bei Raubdrucken wird es deshalb Kopien gegeben haben. Fotokopieren konnten die Leute damals ja noch nicht.

Die Wiener Ausgabe enthält zwei wesentliche, auffällige Fehler.

  Der 2. Teil der Centurien hat die Nummer 12 doppelt.

Dafür fehlt die Nummer 17, wodurch der Fehler wieder insofern ausgeglichen wird, als trotzdem nur 100 Vierzeiler enthalten sind. 

Was die Nummer 17 betrifft, habe ich ein seltsames Verhältnis zu dieser Zahl. Irgendwie verblüffend, dass ausgerechnet die 17 eingespart wurde.

  Ob es sich bei scheinbaren Fehlern um Absicht, oder um echte Fehler handelt, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Nostradamus könnte damit auch etwas Bestimmtes auszudrücken versucht haben.

Beim 3. Teil ist die obere Zierleiste verkehrt herum angebracht worden und es fehlt das R bei Nostradamus. Dort steht: Nostadamus. Solche Fehler dürften eigentlich nicht passieren. Vielleicht war der Drucker betrunken?

Wie man an diesen Beispielen auch erkennen kann, wird U zu V und es gibt zwei verschiedene S. Auch das gab es früher im Deutschen. Abgeschafft wurde es in beiden Sprachen. Man kann also grundsätzlich davon ausgehen, dass Texte mit Wellenlinie über den Buchstaben und V statt U, sowie U statt V und zwei verschiedene S, älter sind, als Texte, wo dies nicht vorkommt.

  Auf diesen Seiten findet man einiges über Nostradamus und über seine Werke. Darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher eingehen.

Jean Claude Pfändler und Mario Gregorio über Nostradamus

Vergleiche zwischen Ausgaben

 

Es wurden schon viele Vergleiche zwischen den verschiedenen Nostradamus Ausgaben angestellt

Ich muss das Rad nicht neu erfinden, deshalb beziehe ich mich unter anderem auch auf Nostradamus Forscher, die verschiedene Ausgabe  miteinander verglichen haben. Wobei mich Kleinigkeiten eigentlich wenig interessieren. Die wichtigen Unterschiede findet man selbst auch sehr leicht, aber kleinere - wie verschiedene Schreibweisen - sind nur wichtig, wenn man glaubt, einen Code finden zu müssen. Ich glaube nicht an diesen mysteriösen "Nostradamus-Code".

2004 hat Guillome Thonnaz auf http://zannoth.de ziemlich viel darüber geschrieben. Damals habe ich mit einiges ausgedruckt. Diese Seite existiert nicht mehr, ich habe von ihm auch keine andere Webseite mehr gefunden.

  Seine Bücher sind im Rhombos-Verlag erschienen. https://www.isbn.de/verlag/Rhombos-Verlag Bisher habe ich keines davon gelesen.

  Der Autor hatte ein Antiquariat. Seine Bücher hat er vermutlich aus Liebe zu alten Büchern, in einem alten Stil drucken lassen. Schaut gut aus und peppt jede Bibliothek auf. Zumindest äußerlich macht es etwas her. Ob das auch für den Inhalt gilt? Ich werde mich damit noch beschäftigen.

Es gab zahlreiche Diskussionen im Internet darüber, ob seine "Übersetzung" korrekt wäre. Der Versuch, wörtlich zu "übersetzen" hat etwas für sich, nur kann man das nicht wirklich, weil Nostradamus auch Worte verwendet hat, die mehrdeutig sein könnten.

Auf der Webseite des Verlages https://www.isbn.de/buch/9783930894987/michel-de-nostredame-1503-1566-genannt-nostradamus-neue-weg-michel-de-nostredame-1503-1566-genannt-nost erfährt man: Zum 500. Geburtstag des Michel de Nostredame (1503 - 1566) veröffentlicht der Autor Guillaume Thonnaz in seinen drei Bänden die wichtigsten Gesamttexte der französischen Originale des Nostradamus mit wortgetreuen deutschen Übersetzungen. Auch ein bisher unentdecktes System des Meisters ist bei seinen langjährigen Forschungen ans Licht gekommen und wird ausführlich dargestellt.

Er glaubt, einen Code gefunden zu haben und er ist nicht der Einzige.

  Ein Code kann nur richtig sein, wenn man ihn auf die Originalausgabe anwenden kann und dazu muss man natürlich wissen, welches die Originalausgabe ist. Sie muss in dieser enthalten sein.

  Nostradamus war jahrelang krank und wusste vermutlich, dass er nicht mehr sehr lange leben würde. Ob er tatsächlich Arzt, oder nur Apotheker war, ist umstritten. Mit Krankheiten hat er sich jedenfalls ausgekannt. So gesehen kann man spekulieren, dass er schon 1555 damit rechnete, sein Werk nicht mehr weiter führen, oder gar beenden zu können.

  Die erste Ausgabe der Prophezeiungen halte ich für sein Testament. Spekuliert wurde, an wen es gerichtet ist. Er schreibt: "Ich hinterlasse dir ...". Sein Sohn wird namentlich als Erbe genannt. Allerdings schreibt Nostradamus auch: "Da du .... nicht in dieser Region das Licht der Welt erblickt hast ...", kann man am genannten Adressaten (Caesar Nostradamus)  zweifeln. Manche meinen, es sei damals üblich gewesen, die Leser auf diese Art anzusprechen und daher sei jede Person gemeint, welche das Buch lesen würde. Was auch zweifelhaft ist, da Nostradamus alle Leser/innen insofern ausschließt, als er darauf hinweist, niemand solle es verstehen.

Er wendet sich offenbar an eine ganz bestimmte Person, welche die Fähigkeit besitzt, die Vierzeiler zu entschlüsseln.

Zumindest klingt das so. Es wäre jedenfalls logisch, davon auszugehen. Einige fühlten sich angesprochen, geschafft hat es bisher noch niemand. Auch nicht der Herr Thonnaz.

  Das Ganze erinnert irgendwie an die bekannten Märchen, wo Ausschau nach dem "Richtigen" gehalten wird, der einige Rätsel lösen muss, um die Prinzessin und den Thron zu ergattern. Nur wer das Unmögliche schafft, ist würdig, den Preis zu erringen. Die anderen scheitern kläglich, was oft ihren Tod bedeutet.

Würdig sein bedeutet auch, vom Schicksal dazu bestimmt zu sein, Großes zu tun. Höheres Wissen und Macht gehört nicht in die Hände kleiner Leute, die einen schwachen Charakter besitzen und die auch nicht weitsichtig genug sind, die Last der Verantwortung zu tragen.

Thonnaz meint, dass es sich bei folgenden Ausgaben um Rückdatierungen handelt:

  ".... die Ausgabe 1557 von Antoine du Rosne (Cho.Nr.19), mit der Abbildung, bei der Nostradamus nach links blickt, weil da der Text gleich den Ausgaben
die nach 1600 gedruckt wurden korrigiert ist. (Kopie von der BnF Paris),
Auch die Kopie (1557), bei der Nostradamus nach rechts blickt - mit dem
Bibliotheksstempel von Utrecht (im Internet bei "Mario" abgebildet) - ist
eine der rückdatierten Ausgaben. (Kopie von Utrecht)
2. die drei Ausgaben 1566 von Fr. Jean Vallier mit dem Druckvermerk von
Pierre Rigaud zu Lyon (Cho.Nr.80-81-82) (Kopie von BnF Paris)"

  Damit wird er vermutlich Recht haben. Meiner Meinung nach stellt sich an und für sich die Frage, ob wirklich alle Ausgaben - abgesehen von der ersten - von Nostradamus zusammen gestellt und kontrolliert wurden. Nostradamus schreibt zwar, er habe prophetische Bücher mit je hundert astronomisch berechneten Vierzeilern verfasst, trotzdem enthält die Ausgabe von 1555 nur 3 Abschnitte mit je hundert Vierzeilern. Darauf folgen 353 Vierzeiler. Also warum wurde das Buch veröffentlicht, obwohl theoretisch 47 Vierzeiler fehlen? Ergänzt wird das Ganze bei der nächsten Ausgabe, in welcher ein weiterer Brief eingefügt wird, der allerdings an einen anderen Adressaten geht. An einen König Heinrich: "Henry, Roy de France second"! An einen zukünftigen König. Dieser Brief enthält Zeitangaben, bei denen es sich um Zeitberechnungen handelt, die dazu verwendet wurden, das Ende der Welt zu berechnen. Sie basieren komplett auf der Bibel.

Die Zenturien 8 - 10 wurden angeblich am 27. Juni 1558 gedruckt. Es gibt kein einziges Exemplar davon.

  Nachträglich wurde diese angeblich tatsächlich gedruckte Ausgabe, nur in anderen, späteren Ausgaben erwähnt. Somit ist deren Existenz mehr als zweifelhaft.

  Eine Ausgabe, angeblich gedruckt am 6. September 1557

enthält die  Vorrede an den Sohn César und die Centurien 1-5, zusätzlich noch 99 Quatrains der 6. Zenturie, sowie eine nicht nummerierte in Latein. Des Weiteren 42 Quatrains der 7. Zenturie (also 642 Quatrains). Abgeschlossen wird der Text mit dem Wort FIN. (Das scheint jedoch bloß eine Faksimile-Ausgabe zu sein und zwar der von der Éditions Michel Chomarat, in Lyon 1993, also nicht das Original selbst.)

 

Dann gibt es noch ein Exemplar in der Széchényi-Nationalbibliothek, Budapest, angeblich gedruckt am 3. November 1557, aber ohne den Quatrain in Latein und ohne die Quatrains 41 und 42 der 7. Zenturie. Das heißt, es gibt hier nur 639 Quatrains.

  Das ist alles schon etwas seltsam. Ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass es sich dabei um echte Ausgaben handelt, die von Nostradamus abgesegnet worden sind. Warum sollte er zizerlweis (wie man das bei uns so schön ausdrückt) seine Vierzeiler veröffentlicht haben? Das ergibt doch absolut keinen Sinn. Noch dazu in demselben Jahr und jede Ausgabe enthält eine andere Anzahl an Versen.

  Erst die mit 1568 datierte Ausgabe bei Benoist Rigaud gedruckt, enthält auch die  Zenturien 8–10. (mit dem Anspruch, dass diese nie zuvor gedruckt wurden!)

In dieser gibt es auch sowohl die Vorrede an den Sohn César, die  Centurien 1–6, die Vierzeiler  1–42 der 7. Zenturie, sowie den Brief an den König Heinrich II.

  Diese angeblich komplette Ausgabe enthält somit nur 942 Quatrains. Aber eigentlich sollten es doch jeweils hundert sein, sagt uns der Brief an Caesar; was bedeutet, die komplette Ausgabe sollte 1000 Vierzeiler beinhalten. Was wiederum einen Anlass bot, irgendwann auch noch einen 11. und 12. Teil zu präsentieren. Die Zahl 12 wird gemeinhin als göttliche Zahl angesehen, weil es 12 Apostel gab. Da liegt es nahe, auf 12 aufzurunden. Das ist aber schon Teil der neueren Zeit, in der man keine Ahnung mehr von der Geschichte der Prophezeiungen hatte. Die Zahl 10 entspricht jedoch der älteren Vorstellung, die sich an früheren Prophezeiungen anderer Propheten orientierte. Nostradamus war schließlich nicht der erste Prophet in der Geschichte Europas.

  Die meisten "Übersetzer" haben mit allen zur Verfügung stehenden Vierzeilern gearbeitet. In der Annahme, alle würden von Nostradamus stammen und seien von ihm selbst veröffentlicht worden. Wie man sieht, ist das gar nicht so sicher. Da Nostradamus erklärte, er habe selbst die Quatrains absichtlich durcheinander gebracht, um zu verhindern, dass diese verstanden werden, konnte jeder Fälscher (ich bin davon überzeugt, dass es allesamt Männer waren) hinein schreiben, was er wollte. Nostradamus hat angeblich viele Verse hinterlassen. Zu Anfang wird es sich vermutlich um diese hinterlassenen Verse gehandelt haben, welche von seinem Sohn und von seinem Vertrauten verwendet wurden. Aber selbst dann würden sie zu noch mehr Verwirrung beitragen, weil sie nicht ins ursprüngliche System passen.

Interpreten des Nostradamus

 

Die falschen Prophezeiungen stammen von seinen Interpreten

Alles was man so als Voraussagen des Herrn Nostradamus kennt, stammt in Wahrheit von dessen Interpreten und nicht von ihm selbst. Auf https://www.relinfo.ch/nostradamus/infotxt.html habe ich schon im Jahr 2004 einige Hinweise auf falsche Voraussagen gefunden. Seither habe ich mich dort nicht mehr umgesehen.

  Mit falschen Voraussagen hatte ich allerdings schon viele Jahre zuvor zu tun, nämlich als ich mein erstes Nostradamus Buch gekauft hatte. Geschrieben wurde es von Fontbrune, der als Franzose eigentlich prädestiniert gewesen wäre, richtig zu "übersetzen". Alles was er behauptet hatte, war falsch. Allerdings bewundere ich Leute wie ihn, die sich anmaßen, richtig zu interpretieren, obwohl sie selbst falsche Propheten sind und die den Mut haben, in aller Öffentlichkeit Prophezeiungen zu machen. Weil es ihre eigenen Prophezeiungen sind und nicht die vom Herrn Nostradamus.

Wer sind die Autoren auf http://www.relinfo.ch? Interessant: es handelt sich um eine «Evangelische Orientierungsstelle: Kirche, Sondergruppen, religiöse Bewegungen». Das ist insofern lustig, als gerade die evangelische Kirche in ihrem Ursprung als Sekte galt. Betrachtet man Religionen an sich, waren so ziemlich alle irgendwann zu Anfang eine Sekte, eine Abspaltung, von einem angeblich, WAHREN Glauben. Die Katholiken haben auch etwas ähnliches.

  Rel.info fühlt sich von einem Vierzeiler direkt angesprochen. Zumindest diesen einen Vers glauben die Autoren selbst entschlüsselt und zeitlich richtig eingeordnet zu haben:

 

Die Predigten vom Genfer See werden Widerspruch erregen,
Die Tage werden zu Wochen,
Dann zu Monaten und zu Jahren, schliesslich wird alles hinfällig.
Die Behörden verdammen selbst jene leeren Dogmen.

Hier wird durchaus klar, dass Nostradamus dem Calvinismus ein völliges Ende binnen ein paar Jahren vorausgesagt hat. Diese Sicht mag dem katholischen Wunschdenken des Sehers entsprochen haben, mit der weiteren Entwicklung der Geschichte hat sie nichts zu tun.

  Der Vers lautet im Original:

I 47

  Du lac Leman les sermons facheront :
Des iours seront reduicts par les sepmaines,
Puis mois, puis an, puis tous deffailliront,
Les magistrats damneront les loys vaines.

  Les sermons bedeutet Predigten, trotzdem wird dieses Wort von anderen anders übersetzt, weil es noch ein weiteres Wort für Predigten gibt. Deshalb übersetzt de Fontbrune den Vierzeiler folgendermaßen:

  Die Reden vom Genfer See werden zu Zwistigkeiten führen;

Tage werden sich in Wochen verwandeln, dann in Monate und schließlich in Jahre. Dann wird alles zusammenbrechen, und die Beamten werden ihre nutzlosen Gesetze verdammen.

Einige Worte werden anders übersetzt und schon ergibt sich ein anderer Sinn. Wie ist das möglich? Weil dahinter fast immer eine bestimmte Absicht steckt. Was die Ehrlichen unter den Interpreten betrifft, mag es keine bewusste Absicht sein. Doch sie ist immer da, auch wenn wir es selbst gar nicht bemerken. Die Absicht der Evangelischen ist klar. Sie fühlen sich angesprochen, weil dort Genfer See steht - Predigten. Das genügt schon, um an die eigene Geschichte zu denken. Man unterstellt daher dem armen Nostradamus, zu prophezeien, die eigene Sekte würde schon bald wieder verschwinden. Damit hätte er nicht Recht, weil ihre Sekte erfolgreich war und deshalb folgern sie, Nostradamus habe sich geirrt. Ein falscher katholischer Prophet also, mit Tunnelblick. Aber hat er das wirklich gesagt?

Hat er das tatsächlich prophezeit? Welches Datum, welches Jahr beschreibt er? Das geht aus dem Text nicht hervor.

Um einige wenige Beispiele zu bringen, habe ich die angeblichen "Übersetzungen" durchforstet und verglichen.

  Da übersetzt ein John Hogue in seinem Buch: Jahrtausendwende, Weltrundschauverlag, den Vers I/47:

  Die Reden vom Lac Leman (Genfer See) werden sich erzürnen.

Aus Tagen und Wochen werden schließlich Monate und Jahre;

am Ende bricht alles zusammen.

Die Berater werden ihre nutzlosen Gesetze verfluchen.

Wieso übersetzen die Einen das Wort sermons mit "Predigten" und die anderen mit "Reden"? Sermo, sermonis heißt auf Latein "Unterredung", "Gespräch". Nostradamus sprach ein altes Französisch, welches dem Latein noch sehr nahe stand. Auf Französisch kann man sermon mit Predigt übersetzen, aber es gibt auch die Worte "precher, oder sermonner für predigen.  Predigt heißt "prédication, préche oder sermon".

Nimmt man modernes Französisch, könnte der Vers so lauten:

  Les magistrats bedeutet eigentlich "die Richter", denn das ist insofern logisch, als sie Gesetze vollziehen. Also die Richter verdammen die eitlen (oder die nutzlosen) Gesetze. Da kommen wir schon ein wenig von den Sekten weg.

  Das soll nur ein kleines Beispiel dafür sein, dass selbst die scheinbar einfach zu übersetzenden Vierzeiler gar nicht so klar sind.

Freitag, 10. Oktober 2025

Kein Hobby

 

Zu begreifen was Nostradamus sagen wollte, ist kein Hobby. Das muss man ernst nehmen. Zu aller erst muss man begreifen, was er selbst sagen wollte. Ging es ihm darum, vor der Zukunft zu warnen? Oder wollte er den Beweis  erbringen, dass unser Schicksal vorbestimmt ist? Worin liegt die Größe seines Werks, von der er spricht? Nostradamus ging es mit Sicherheit darum, ein großes Werk zu vollbringen. Jedenfalls behauptet er das. Er stritt sich mit seinen Zeitgenossen, auf welches Jahr das Ende der Welt fallen würde. Für uns Heutige erscheint es idiotisch, diesen Termin ausrechnen zu wollen und noch dazu anhand der Bibel. Den Menschen seiner Zeit war es jedenfalls sehr ernst. Die Bibel wurde wörtlich verstanden. Man rechnete aus, wann genau die Welt erschaffen wurde und wann Gott sie wieder vernichten werde. Dabei ging es nicht um Milliarden Jahre, sondern um wenige tausende. Diese Berechnungen waren tatsächlich "weltbewegend".

 

Hillel II. errechnete nach den biblischen Chroniken das Jahr der Schöpfung als das Jahr 3761 v. Chr.

Um vom christlichen zum jüdischen Jahr zu kommen, muss man also 3760 Jahre addieren. Das Jahr 2024 ist demnach das Jahr 5784 des jüdischen Kalenders.

Das sollte man beachten, wenn man Nostradamus verstehen will. Nostradamus gibt das Ende seiner Prophezeiung mit dem Jahr 3797 an. Das wäre nach jüdischem Kalender das Jahr 7557.

 

In Richard Roussats Livre de l’etat et mutations des temps, wurde das Jahr 2242 als möglichen Termin für das Ende der Welt veröffentlicht. Es rechneten aber noch viele andere das "Ende der Welt" aus. Alle bezogen sich dabei auf die Bibel. Man kann durchaus von einem streit unter den damaligen Wissenschaftlern sprechen.

 

Auch Prophezeiungen an sich waren nicht unüblich. Die Männer der Kirche waren zum Teil davon wenig begeistert, weil sie geradezu inflationär auftraten.

 

Die Christen haben diese jüdische Idee übernommen und eben auch selbst nachgerechnet, ob Hillel II Recht hatte. Schließlich wartete man auf das Ende aller Zeiten und man hoffte natürlich, es möge nicht so bald kommen. Auch Nostradamus rechnete sozusagen nach hinten, indem er in seinem 2. Brief aufzählt, wie viele Jahre nach dem einen und anderen Ereignis vergangen seien. Wenn man das nicht begreift, sollte man sich sowieso von seinem Werk fern halten. Es war also wichtig das Jahr der Entstehung der Erde richtig auszurechnen, weil man nur so auch deren Ende richtig datieren konnte. Wenn ich nun die jüdische Berechnung mit dem Jahr vergleiche, an dem laut Nostradamus seine Prophezeiung endet, fällt mir auf, dass nur ein kleiner Unterschied zwischen diesen beiden Zahlen besteht. 3761 - 3797

 

Dann jedoch tut er das Unerhörte. Er widerspricht den kirchlichen Behauptungen und er sagt, die Welt würde noch viel länger bestehen bleiben, als es die Berechnungen der Kleriker behaupten. Seine Voraussagen würden bis ins 8. Jahrtausend reichen und sogar darüber hinaus würde es noch weiter gehen. Das konnte er nur behaupten, weil niemand so richtig verstand, was er sagte. Die Leute waren von seinen kryptischen Sätzen derart fasziniert, dass sie das Wesentlich gar nicht wahrgenommen haben.

 

Denn in der Kirche gab es schon immer die Diskussion darüber, ob die Welt 7000 Jahre bestehen bleiben würde, oder nicht. Nostradamus schreibt in seiner Aufstellung sogar explizit "1000 Jahre Frieden", womit er sich auf die Theorie der 7000 Jahre bezieht. Während dieser Zeit sei Satan gefesselt und könne nichts Böses anstellen. Er geht darüber hinaus. Nach diesen 7000 Jahren würden sich die Feinde der Kirche erneut erheben, weiter vermehren und diese wieder bekämpfen, bis weit ins 8. Jahrtausend hinein. Andererseits meint er, die Erde würde schließlich auf einer höheren Ebene weiter existieren und dadurch fest und beständig werden.

 

Offenbar gibt es sogar bis heute Menschen, die an die Milleniumlehre glauben, wie ich mit Schrecken feststellen musste. Siehe https://www.weltvonmorgen.org/lesen-artikel.php?id=172&title=die-lehre-der-7000-jahre

 

Wenn Nostradamus sagt, Scharlatane sollten sich besser von seinem Werk fernhalten, hat das einen guten Grund. Es ist absichtlich nicht für die Masse bestimmt, aber es ist dazu bestimmt, die Zeiten zu überdauern. Deshalb schreibt er rätselhaft und unverständlich. Eigentlich zieht er genau die Scharlatane und die Geschäftemacher an, aber sie sind es auch, die sein Werk vor der Vernichtung bis heute bewahrt haben. Menschen die keine Ahnung von Geschichte haben, die nicht wissen, was zur Zeit des Nostradamus Allgemeinwissen der Gebildeten war, sind Scharlatane. Bis zum heutigen Tag posaunen irgendwelche selbst ernannte "Experten" in die Welt hinaus, sie hätten Nostradamus entschlüsselt. Einige unter ihnen meinen es ernst. Sie bemühen sich tatsächlich zu verstehen, aber viele machen daraus nur ein lukratives Geschäft.

 

Bisher weiß niemand, ob Nostradamus überhaupt die Zukunft vorher gesagt hat. Man nimmt es an und man bestätigt ihm, er habe mit seinen Voraussagen recht . Ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, was er wirklich gesagt hat.

 

Wie kann man guten Gewissen behaupten, eine Voraussage würde der Realität entsprechen, wenn man gar  nicht versteht, was gesagt wird? Das ist unseriös. Trotzdem wird es ständig getan.

 

Nostradamus schrieb in Anlehnung an die Apokalypse von 1000 Jahre Frieden. Schon aus diesem Grund versuchen viele Interpreten eine Beziehung zwischen der Apokalypse und den Versen des Nostradamus herzustellen. Und genau da kommt ein wirksamer Effekt zum Tragen: Weil man glaubt , die Prophezeiungen in der Apokalypse seien wahr, wird und muss auch Nostradamus recht haben. Nimmt man zumindest an, denn er behauptet ja auch dasselbe wie diese. Zumindest scheinbar - und er spricht eine ähnliche Sprache. Geheimnisvoll, unverständlich, düster.

 

Im Gegensatz zur Apokalypse nennt er aber auch Gegenden, Orte, Namen, die zugeordnet werden können. Von Weltuntergang ist keine Rede, auch wenn er andeutet, die Welt werde nach einem großen Crash, auf einer höheren Ebene ihre Bewegung erneut aufnehmen und damit stabil werden. Ähnlich wie in der Apokalypse. Aber wie ich meine, durchaus irdisch gesehen und nicht transzendental.

 

Nun werden Sie mich fragen, wieso ich mich damit abmühe. Das ist leicht erklärt.

 

Kurze Zeit über habe ich in Wien, im 3. Bezirk gewohnt. Damals hielt ich mich von Buchhandlungen fern. Ich arbeitete als Krankenpflegerin in einem Pflegeheim. Die Arbeit war anstrengend und belastend. Andererseits hatte ich Freundinnen gefunden, mit denen ich oft unterwegs war. Mein Leben hatte sich total verändert. Ich hatte keine Zeit mehr, Bücher zu lesen. Die hatte ich auch gar nicht in meine neue Wohnung mitnehmen können.

Plötzlich war ich mitten in der Stadt und musste durch halb Wien fahren, wenn ich zur Arbeit wollte. Einmal fuhr ich mit der Straßenbahn. Sie hielt genau vor einer Buchhandlung. Weil es dort eine Ampel gab, blieb sie länger als normal stehen, denn die Ampel war zufällig gerade rot. Ich stand beim Ausgang. Von dort aus konnte ich genau ins Schaufenster sehen. Ein riesiger Stapel Bücher war zu erkennen und dazu der Name "Nostradamus". Das traf mich wie ein Schlag, obwohl ich mit diesem Namen eigentlich gar nichts anfangen konnte. Nie zuvor hatte ich von Nostradamus gehört, oder gelesen. "Da steht für mich etwas drinnen!", durchzuckte es mich. Ich stieg aus, ging ins Geschäft und kaufte das Buch. Das war 1982, damals ist das Buch neu auf Deutsch erschienen.

 

Als ich das Buch dann las, war ich total enttäuscht. Dort stand nichts, mit dem ich etwas hätte anfangen können. Aber konnte ich mich so täuschen? Was da für mich hätte drinnen stehen können, wusste ich eigentlich nicht. Genervt legte ich es wieder weg.

 

Dann begann ich abzuwarten. Würde das Vorausgesagte wirklich eintreten? Irgendwann nahm ich das Buch wieder zur Hand und blätterte darin. Erst da begriff ich, dass nicht Nostradamus gesagt hatte, was in diesem Buch behauptet wurde, sondern der Herr de Fontbrune betätigte sich als Wahrsager, als Prophet. Der Mann übersetzte nicht, er interpretierte. Das wurde mir bewusst, als ich den Originaltext las, den er beigefügt hatte.

 

Wieder verlor ich das Interesse. Wir zogen wieder zurück in den 13. Bezirk. Nachträglich sieht es so aus, als wäre mein kurzes Intermezzo im 3. Bezirk nur zu einem bestimmten Zweck erfolgt: um dieses Buch zu finden.

 

Offenbar brauchte ich immer eine gewisse Ruhezeit, um mehr über Nostradamus und seine Welt zu erfahren. Es waren sehr kleine Schritte, die ich machte. Es gab viele Ablenkungen. Meine Erinnerung an mein Vorleben beschäftigte mich sehr. Statt mich weiter mit Psi zu beschäftigen, konzentrierte ich mich auf meine Träume. Ich begann, Träume zu sammeln, zu analysieren und ihre Aussagen bezüglich Zukunft zu dokumentieren. Das alles natürlich neben Kindern, Hund und Verwandtschaft. Zudem wurde ich bedroht und gestalkt. Worüber ich allerdings mit niemandem reden konnte, weil mir die nötigen beweise fehlten. Man hätte mich höchstens für verrückt erklärt. Was zu dieser Zeit gang und gebe war. Jemand wurde verfolgt? Noch dazu eine Frau? Dabei kann es sich doch nur um Einbildung handeln. Das war der tenor dieser Zeit. Es dauerte sehr lange, bis man verfolgte Menschen ernst nahm und einen Straftatbestand schuf. Aber wenn man keine Beweise vorlegen kann, schweigt man trotzdem besser.

 

Eines war klar, Es gab Menschen die sich einbildeten, meine Träume seien in Wahrheit äußere Informationen und man müsse nur genügend Druck auf mich ausüben, damit ich sage, von wem diese Informationen stammen.

 

Aber leider: es sind bloß Träume. Mein Leben wäre einfacher verlaufen, hätte ich einen geheimen Informanten präsentieren können. Vielleicht wäre es für mich auch einfach gewesen, hätte ich nicht gezeigt, dass meine Träume auch Informationen über meine Stalker konkrete Aussagen machen können. Aber das hat mir auch Spaß gemacht. Es war sozusagen meine Rache.

 

Alles deutete darauf hin, dass ich mir das nicht einbildete. Beweisen konnte ich auch das nicht. Deshalb bemühte ich mich so viele Träume wie möglich zu sammeln, die alle die Zukunft voraussagen. Ich dachte wenn ich Quantität und Qualität groß genug wären, wäre das ein Beweis dafür, dass es bloß Träume sind. Dem war nicht so. Zeitweise zweifelte ich sogar schon daran, dass meine Wahrnehmung stimmte, aber dann gab es einen echten Beweis, der aber leider nur für mich selbst von Bedeutung war.

 

Meine Mutter hatte in einem Krankenhaus gearbeitet. Sie bekam eine neue Kollegin, die aus Polen stammte. Diese Frau hatte in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem wichtige polnische Leute betreut wurden. Sie wollte in Österreich bleiben und suchte zu diesem Zweck einen passenden Ehemann. Damals waren viele Polen und Polinnen in Österreich. Das war also nicht so auffallend. Meine Mutter kannte nicht viele Leute. Ich hatte einen älteren Kollegen, der ständig Geld brauchte und weil meine Mutter mich lange genug nervte, fragte ich ihn, ob er die Polin heiraten wolle. Für Geld natürlich. Er sagte zu und dann geschah das Unerwartete. Sie zog sofort bei ihm ein. Da dachte ich mir auch noch nicht viel dabei. Es war mir ehrlich gesagt egal.

 

Mit diesem ehemaligen Kollegen hatte ich fast nichts mehr zu tun, während meine Mutter noch einige Zeit über mit ihrer Kollegin Freundschaft pflegte. Doch diese Freundschaft schlief dann doch etwas ein. Bis ich auf die Idee kam, meine unsichtbaren Stalker sichtbar zu machen. Sie hatten nämlich ein Problem. Ich sehe nicht nur die Zukunft im Traum, ich fühle auch, wenn ich verfolgt werde und ich verstehe viel mehr, als sie es für möglich halten würden. Deshalb fiel es mir nicht schwer, ihnen eine Falle zu stellen.

 

Ich ermöglichte ihnen zu wissen, wann ich wo zu einem bestimmten Zeitpunkt sein werde. Dann wartete ich, wer auftauchen würde. Es war dieser Ex-Kollege, der mir "ganz zufällig" an diesem speziellen Ort begegnete. Normalerweise schlief er um diese Zeit noch und in der Nähe wohnte er auch nicht. Plötzlich wollte er wieder Kontakt zu uns und das ließ ich auch zu. Als ich ihm eines Tages indirekt zu verstehen gab, dass ich wusste, dass er ein Stalker war, zeigte er erstens sein wahres Gesicht und zweitens erklärte er mir, seine "polnische Freundin" wolle Nostradamus kennen lernen. Na servus! Da war ich wieder einmal in einen argen Schlamassel geraten. Offen gesagt war ich sprachlos. Jemand hatte meine Beschäftigung mit Nostradamus mit meiner Beschäftigung mit meinen Träumen verknüpft? Wie sollte ich das verstehen?

 

Nun ja, ich konnte diesem Mann leider nicht mit Nostradamus bekannt machen, wer der leider nicht mehr greifbar war, nachdem er im Jahre 1566 verstorben war. Aber diese neue Situation gab mir sozusagen einen neuen Schub und ich begann mich erneut mit Nostradamus zu beschäftigen. Ich träumte sogar einmal davon, wie man die einzelnen Verse verschieben muss, damit sie in der richtigen Reihenfolge stehen. Leider konnte ich mir nicht merken , was im Traum geschah. Ich sah zwar dabei zu, aber ich war zu wenig wach.

 

Über all dem vergaß ich, warum ich mich überhaupt mit Nostradamus abgab. Gestern Nacht, am 24.12.2024 wurde mir das bewusst. Mein Stalker lebt schon lange nicht mehr und wahrscheinlich ist er nicht der Einzige. Was nicht bedeutet, dass es keine mehr gibt. Meine Träume beobachte ich nur mehr am Rande. Mir ist es nicht mehr so wichtig zu beweisen, dass es bloß Träume sind. Mein Leben neigt sich dem Ende zu. Ich bereite mich auf mein nächstes Leben vor, von dem ich hoffe, es möge ein besseres werden, als dieses es gewesen ist. Was mir auch ein Traum vorher gesagt hat. Ich glaube, jetzt ist die Zeit gekommen, zu tun, was ich tun wollte, als ich dieses eine Buch kaufte. Heraus zu finden, was Nostradamus mir sagen wollte. In dem Buch, das de Fontbrune geschrieben hat, steht sicher nichts, das für mich bestimmt wäre. Zumindest habe ich nichts dergleichen gefunden, allerdings habe ich es auch nie ganz gelesen. Vielleicht sollte ich aber doch damit den Anfang machen? Ich weiß es nicht.

 

Ich habe mir vor vielen Jahren (1978) die Ausgabe "Nostredame, Michel, Les propheties de Michel Nostradamus - Lyon - Macé Bonhomme 1555" kopieren lassen.Ein Zeichen, dass ich in Wien lebe und deshalb leicht Zugang zu dieser Ausgabe hatte? Sie enthält 353 Quatrains.

 

Diese Ausgabe verwende ich für meine "Forschung", alles andere lasse ich derzeit weg. Im Moment habe ich erst damit begonnen, den ausgedruckten Text, den ich mir aus dem Internet herunter geladen habe, zu korrigieren. Der Originaltext verwendet Zeichen, die ich nicht auf dem Computer habe und der Text aus dem Internet, der mir zur Verfügung steht, verwendet sie auch nicht. In den meisten Fällen wurde ein doppeltes N nur einfach geschrieben und mit einer Wellenlinie darauf dargestellt. Im Deutschen hat man das früher auch so gemacht. Das halte ich insofern für wichtig, als manche angeblichen Codes diesem Umstand vermutlich nicht berücksichtigen. Der Internet Text stimmt auch sonst nicht komplett überein, mit meinem Originaltext. Ich erinnere mich nicht, welche Ausgabe ihm zugrunde liegt. Da meine Ausgabe aus dem Jahr 1555 stammt, ist sie die einzig richtige. Daran kann nicht gezweifelt werden. Sie enthält natürlich nur einen Teil der Prophezeiungen, aber ich konzentriere mich zuerst einmal auf diese.

 

Ich gehe nicht von vorneherein davon aus, dass Nostradamus die Zukunft korrekt vorher gesagt hat. Mir geht es ausschließlich darum zu verstehen, was Nostradamus wirklich sagte. Erst wenn ich das verstehe, kann ich auch wissen, ob er die Zukunft vorher gesagt hat, oder nicht. Wobei das für mich eher zweitrangig ist, schließlich weiß ich, dass man die Zukunft vorhersagen kann. Mir geht es darum zu verstehen, ob er etwas gesagt hat, was für mich in irgendeiner Weise von Bedeutung ist. Zu diesem Zweck versuche ich nicht nur den Text zu verstehen, sondern ich habe auch damit begonnen, mich auf die Person Nostradamus zu konzentrieren. Vielleicht werden mir meine Träume dabei helfen.

 

Um einen besseren Überblick zu bieten, werde ich meine Überlegungen zu den verschiedenen "Übersetzern" in meinem Blog veröffentlichen. Die Links dazu werde ich hier, unter diesen Text anfügen. Wenn ich damit beginnen, die Fehler anderer zu korrigieren, hoffe ich, aus deren Fehler auch zu lernen.

Vergleiche

 

Es wurden schon viele Vergleiche zwischen den verschiedenen Nostradamus Ausgaben angestellt

Ich muss das Rad nicht neu erfinden, deshalb beziehe ich mich unter anderem auch auf Nostradamus Forscher, die verschiedene Ausgabe  miteinander verglichen haben. Wobei mich Kleinigkeiten eigentlich wenig interessieren. Die wichtigen Unterschiede findet man selbst auch sehr leicht, aber kleinere - wie verschiedene Schreibweisen - sind nur wichtig, wenn man glaubt, einen Code finden zu müssen. Ich glaube nicht an diesen mysteriösen "Nostradamus-Code".

2004 hat Guillome Thonnaz auf http://zannoth.de ziemlich viel darüber geschrieben. Damals habe ich mit einiges ausgedruckt. Diese Seite existiert nicht mehr, ich habe von ihm auch keine andere Webseite mehr gefunden.

 

Seine Bücher sind im Rhombos-Verlag erschienen. https://www.isbn.de/verlag/Rhombos-Verlag Bisher habe ich keines davon gelesen.

 

Der Autor hatte ein Antiquariat. Seine Bücher hat er vermutlich aus Liebe zu alten Büchern, in einem alten Stil drucken lassen. Schaut gut aus und peppt jede Bibliothek auf. Zumindest äußerlich macht es etwas her. Ob das auch für den Inhalt gilt? Ich werde mich damit noch beschäftigen.

Es gab zahlreiche Diskussionen im Internet darüber, ob seine "Übersetzung" korrekt wäre. Der Versuch, wörtlich zu "übersetzen" hat etwas für sich, nur kann man das nicht wirklich, weil Nostradamus auch Worte verwendet hat, die mehrdeutig sein könnten.

Auf der Webseite des Verlages https://www.isbn.de/buch/9783930894987/michel-de-nostredame-1503-1566-genannt-nostradamus-neue-weg-michel-de-nostredame-1503-1566-genannt-nost erfährt man: Zum 500. Geburtstag des Michel de Nostredame (1503 - 1566) veröffentlicht der Autor Guillaume Thonnaz in seinen drei Bänden die wichtigsten Gesamttexte der französischen Originale des Nostradamus mit wortgetreuen deutschen Übersetzungen. Auch ein bisher unentdecktes System des Meisters ist bei seinen langjährigen Forschungen ans Licht gekommen und wird ausführlich dargestellt.

Er glaubt, einen Code gefunden zu haben und er ist nicht der Einzige.

 

Ein Code kann nur richtig sein, wenn man ihn auf die Originalausgabe anwenden kann und dazu muss man natürlich wissen, welches die Originalausgabe ist. Sie muss in dieser enthalten sein.

 

Nostradamus war jahrelang krank und wusste vermutlich, dass er nicht mehr sehr lange leben würde. Ob er tatsächlich Arzt, oder nur Apotheker war, ist umstritten. Mit Krankheiten hat er sich jedenfalls ausgekannt. So gesehen kann man spekulieren, dass er schon 1555 damit rechnete, sein Werk nicht mehr weiter führen, oder gar beenden zu können.

 

Die erste Ausgabe der Prophezeiungen halte ich für sein Testament. Spekuliert wurde, an wen es gerichtet ist. Er schreibt: "Ich hinterlasse dir ...". Sein Sohn wird namentlich als Erbe genannt. Allerdings schreibt Nostradamus auch: "Da du .... nicht in dieser Region das Licht der Welt erblickt hast ...", kann man am genannten Adressaten (Caesar Nostradamus)  zweifeln. Manche meinen, es sei damals üblich gewesen, die Leser auf diese Art anzusprechen und daher sei jede Person gemeint, welche das Buch lesen würde. Was auch zweifelhaft ist, da Nostradamus alle Leser/innen insofern ausschließt, als er darauf hinweist, niemand solle es verstehen.

Er wendet sich offenbar an eine ganz bestimmte Person, welche die Fähigkeit besitzt, die Vierzeiler zu entschlüsseln.

Zumindest klingt das so. Es wäre jedenfalls logisch, davon auszugehen. Einige fühlten sich angesprochen, geschafft hat es bisher noch niemand. Auch nicht der Herr Thonnaz.

 

Das Ganze erinnert irgendwie an die bekannten Märchen, wo Ausschau nach dem "Richtigen" gehalten wird, der einige Rätsel lösen muss, um die Prinzessin und den Thron zu ergattern. Nur wer das Unmögliche schafft, ist würdig, den Preis zu erringen. Die anderen scheitern kläglich, was oft ihren Tod bedeutet.

Würdig sein bedeutet auch, vom Schicksal dazu bestimmt zu sein, Großes zu tun. Höheres Wissen und Macht gehört nicht in die Hände kleiner Leute, die einen schwachen Charakter besitzen und die auch nicht weitsichtig genug sind, die Last der Verantwortung zu tragen.

Thonnaz meint, dass es sich bei folgenden Ausgaben um Rückdatierungen handelt:

 

".... die Ausgabe 1557 von Antoine du Rosne (Cho.Nr.19), mit der Abbildung, bei der Nostradamus nach links blickt, weil da der Text gleich den Ausgaben
die nach 1600 gedruckt wurden korrigiert ist. (Kopie von der BnF Paris),
Auch die Kopie (1557), bei der Nostradamus nach rechts blickt - mit dem
Bibliotheksstempel von Utrecht (im Internet bei "Mario" abgebildet) - ist
eine der rückdatierten Ausgaben. (Kopie von Utrecht)
2. die drei Ausgaben 1566 von Fr. Jean Vallier mit dem Druckvermerk von
Pierre Rigaud zu Lyon (Cho.Nr.80-81-82) (Kopie von BnF Paris)"

 

Damit wird er vermutlich Recht haben. Meiner Meinung nach stellt sich an und für sich die Frage, ob wirklich alle Ausgaben - abgesehen von der ersten - von Nostradamus zusammen gestellt und kontrolliert wurden. Nostradamus schreibt zwar, er habe prophetische Bücher mit je hundert astronomisch berechneten Vierzeilern verfasst, trotzdem enthält die Ausgabe von 1555 nur 3 Abschnitte mit je hundert Vierzeilern. Darauf folgen 353 Vierzeiler. Also warum wurde das Buch veröffentlicht, obwohl theoretisch 47 Vierzeiler fehlen? Ergänzt wird das Ganze bei der nächsten Ausgabe, in welcher ein weiterer Brief eingefügt wird, der allerdings an einen anderen Adressaten geht. An einen König Heinrich: "Henry, Roy de France second"! An einen zukünftigen König. Dieser Brief enthält Zeitangaben, bei denen es sich um Zeitberechnungen handelt, die dazu verwendet wurden, das Ende der Welt zu berechnen. Sie basieren komplett auf der Bibel.

Die Zenturien 8 - 10 wurden angeblich am 27. Juni 1558 gedruckt. Es gibt kein einziges Exemplar davon.

 

Nachträglich wurde diese angeblich tatsächlich gedruckte Ausgabe, nur in anderen, späteren Ausgaben erwähnt. Somit ist deren Existenz mehr als zweifelhaft.

 

Eine Ausgabe, angeblich gedruckt am 6. September 1557

enthält die  Vorrede an den Sohn César und die Centurien 1-5, zusätzlich noch 99 Quatrains der 6. Zenturie, sowie eine nicht nummerierte in Latein. Des Weiteren 42 Quatrains der 7. Zenturie (also 642 Quatrains). Abgeschlossen wird der Text mit dem Wort FIN. (Das scheint jedoch bloß eine Faksimile-Ausgabe zu sein und zwar der von der Éditions Michel Chomarat, in Lyon 1993, also nicht das Original selbst.)

 

Dann gibt es noch ein Exemplar in der Széchényi-Nationalbibliothek, Budapest, angeblich gedruckt am 3. November 1557, aber ohne den Quatrain in Latein und ohne die Quatrains 41 und 42 der 7. Zenturie. Das heißt, es gibt hier nur 639 Quatrains.

 

Das ist alles schon etwas seltsam. Ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass es sich dabei um echte Ausgaben handelt, die von Nostradamus abgesegnet worden sind. Warum sollte er zizerlweis (wie man das bei uns so schön ausdrückt) seine Vierzeiler veröffentlicht haben? Das ergibt doch absolut keinen Sinn. Noch dazu in demselben Jahr und jede Ausgabe enthält eine andere Anzahl an Versen.

 

 Erst die mit 1568 datierte Ausgabe bei Benoist Rigaud gedruckt, enthält auch die  Zenturien 8–10. (mit dem Anspruch, dass diese nie zuvor gedruckt wurden!)

In dieser gibt es auch sowohl die Vorrede an den Sohn César, die  Centurien 1–6, die Vierzeiler  1–42 der 7. Zenturie, sowie den Brief an den König Heinrich II.

 

Diese angeblich komplette Ausgabe enthält somit nur 942 Quatrains. Aber eigentlich sollten es doch jeweils hundert sein, sagt uns der Brief an Caesar; was bedeutet, die komplette Ausgabe sollte 1000 Vierzeiler beinhalten. Was wiederum einen Anlass bot, irgendwann auch noch einen 11. und 12. Teil zu präsentieren. Die Zahl 12 wird gemeinhin als göttliche Zahl angesehen, weil es 12 Apostel gab. Da liegt es nahe, auf 12 aufzurunden. Das ist aber schon Teil der neueren Zeit, in der man keine Ahnung mehr von der Geschichte der Prophezeiungen hatte. Die Zahl 10 entspricht jedoch der älteren Vorstellung, die sich an früheren Prophezeiungen anderer Propheten orientierte. Nostradamus war schließlich nicht der erste Prophet in der Geschichte Europas.

 

Die meisten "Übersetzer" haben mit allen zur Verfügung stehenden Vierzeilern gearbeitet. In der Annahme, alle würden von Nostradamus stammen und seien von ihm selbst veröffentlicht worden. Wie man sieht, ist das gar nicht so sicher. Da Nostradamus erklärte, er habe selbst die Quatrains absichtlich durcheinander gebracht, um zu verhindern, dass diese verstanden werden, konnte jeder Fälscher (ich bin davon überzeugt, dass es allesamt Männer waren) hinein schreiben, was er wollte. Nostradamus hat angeblich viele Verse hinterlassen. Zu Anfang wird es sich vermutlich um diese hinterlassenen Verse gehandelt haben, welche von seinem Sohn und von seinem Vertrauten verwendet wurden. Aber selbst dann würden sie zu noch mehr Verwirrung beitragen, weil sie nicht ins ursprüngliche System passen.

Nostradamus ist schwer zu verstehen.

 

Die Prophezeiungen des Nostradamus verstehen lernen

Hat Nostradamus die Zukunft vorher gesagt? Die Einen sagen nein, die anderen ja. Ich behaupte: bisher weiß das niemand.

 

Aufgrund eines Erlebnisses, welches ich vor vielen Jahren hatte und über das ich auf meiner Webseite schreibe  (Nostradamus), gehe ich seit Jahrzehnten in größeren Abständen dieser Frage nach. Immer wieder habe ich zwischendurch aufgegeben, weil mir dieses Unterfangen aussichtslos erschien, aber immer wieder habe ich damit auch wieder angefangen.

Zumindest im Moment verwende ich ausschließlich die Ausgabe von Wien, weil ich diese schon seit langer, langer Zeit als Kopie zu Hause habe. Doch nicht nur deshalb.

 

Die Ausgabe enthält 353 Vierzeiler.

Obwohl er von jeweils 100 Vierzeilern spricht. In einer späteren Ausgabe wurden die fehlenden Vierzeiler ergänzt, sodass es schließlich dann doch 100 wurden. 

 

Gehört nun der nächste Teil zum ersten dazu, oder hat ein Teil mit dem anderen nichts zu tun?

 

Nostradamus hat sich die  Mühe gemacht, sein Buch mit einem Privileg zu versehen. Ich würde sagen, dass entspricht ungefähr einer ISBN Nummer. Das heißt, damit soll gewährleistet werden, dass es ein Original ist und keine Fälschung. Aber ist das wirklich so?

Es gibt zwei Ausgaben, die angeblich am selben Tag, in derselben Druckerei hergestellt wurden. Was total absurd ist. Im Jahr 1555 war das Drucken von Büchern noch eine Kunst und sehr aufwändig. Da ich nur diese eine Ausgabe zur Hand habe, die ich für die Originalausgabe halte, kann ich keinen direkten Vergleich herstellen. Das haben schon andere vor mir gemacht. Einige Forscher meinen, die Ausgabe in Albi sei die erste, weil in ihr viele Fehler zu finden seien. Gerade das spricht aber meiner Meinung nach dagegen. Ich glaube nicht, dass die Wiener Ausgabe eine korrigierte Ausgabe derjenigen von Albi ist. Eher denke, die Ausgabe von Albi ist eine schlechte Kopie. Warum sollte ein und derselbe Verlag zwei Ausgaben desselben Buches am selben Tag, bzw. in demselben Jahr drucken? Fehler zeigen, dass etwas nachlässig gemacht wurde. Beide Ausgaben weisen Fehler auf, aber diese stimmen nicht miteinander überein, so viel ich den Texten anderer Nostradamus Forschern entnehmen konnte.

 

Auf jeden Fall unterscheiden sich die beiden Ausgaben voneinander, wenn auch nur geringfügig. Ob ein Privileg tatsächlich vor einem Raubdruck schützen konnte, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, aber ich glaube es nicht.

Ein Unterschied ist deutlich sichtbar. Das hier ist die Ausgabe, die in der österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

Vielleicht wollte Nostradamus die Überschrift so, wie sie schließlich geworden ist. Vermutlich eine Spezialanfertigung.

Ich nehme an, das hier ist die andere Ausgabe, die in Albi zu finden ist. Ich habe das Foto nur aus dem Internet. Dieser Unterschied spricht für die Wiener Ausgabe als Original. Die Buchstaben für die Überschrift scheinen extra angefertigt worden zu sein. Perfekt wirken sie nicht gerade. Ein Fälscher hätte sich die Arbeit sicher nicht gemacht, er hätte die bereits vorhandenen Buchstaben verwendet, so wie das in der Ausgabe von Albi zu sehen ist.

Für Fälscher war es sicher wichtig, das "richtige" Datum zu verwenden, weil der Text unbedingt vor dem Ereignis liegen musste. Nun wusste man zwar nicht, welcher Ereignisse nun konkret gemeint waren, aber ich denke: sicher ist sicher!!!

 

Viele Fremde, aber auch sein Sohn hatten Interesse daran, das Werk am Leben zu erhalten, weil es sich gut verkaufte.

 

Der Text sollte zumindest scheinbar noch zu Lebzeiten des Herrn Nostradamus erschienen sein, um überzeugend zu wirken, sofern sich das irgendwie machen ließ. Nostradamus starb am 2. Juli 1566. 11 Jahre nach dem Erscheinen seines bis dahin wichtigsten Buches. Alles was nach diesem Datum gedruckt wurde, geschah also sicher ohne seine Kontrolle. Aber war er vor diesem Datum auch noch in der Lage, weitere Verse zu verfassen, oder den Druck seiner Bücher zu beaufsichtigen? Mit Sicherheit kann man das nicht sagen.

 

Nostradamus starb mit 62 Jahren angeblich an einem Herzinfarkt, oder Asthma-Anfall in Folge seiner Wassersucht. Er hatte seit Jahren an chronischer Gicht gelitten, die zu Nierenversagen führte. Angeblich hatte er seinen Tod vorher gesagt, was man leider nicht überprüfen kann. Seine Anhänger/innen neigten und neigen bis heute zur Legendenbildung und schriftlich scheint er nichts in dieser Hinsicht längere Zeit davor, hinterlassen zu haben. Es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Dieses Buch verwendet dasselbe Bild, wie das Buch aus dem Jahr 1555, obwohl es sich um einen anderen Verlag handelt und auch viel später gedruckt wurde. Bilder kopieren scheint also nicht sehr schwierig gewesen zu sein. Als dieses Buch erschien, lebte Nostradamus nicht mehr.

 

Der Text wurde in späteren Ausgaben nur minimal verändert, aber die Schreibweise blieb nicht gleich. Bei den alten Ausgaben wurde auf Buchstaben verzichtet, die doppelt vorkommen, so wie das auch früher im Deutschen üblich war. Man schrieb eine Wellenlinie auf den Buchstaben, um damit seine Verdoppelung anzuzeigen, oder auf den Buchstaben davor, um zu zeigen, dass danach ein N, oder ein M folgen würde. Das war insofern sinnvoll, als man sich damit viele Lettern ersparen konnte. Statt 2x N, konnte man 1x N mit Wellenlinie setzen. Zeichnungen wurden wiederholt verwendet, weil man sie per Hand herstellen musste. Es wäre ein zu großer Aufwand gewesen, sie für jedes neue Buch neu herzustellen. Deshalb kommen in verschiedenen Büchern immer wieder die gleichen Bilder vor.

 

Sie zu kopieren war leichter, als selbst welche zu machen. Bei Raubdrucken wird es deshalb Kopien gegeben haben. Fotokopieren konnten die Leute damals ja noch nicht.

Die Wiener Ausgabe enthält zwei wesentliche, auffällige Fehler.

 

Der 2. Teil der Centurien hat die Nummer 12 doppelt.

Dafür fehlt die Nummer 17, wodurch der Fehler wieder insofern ausgeglichen wird, als trotzdem nur 100 Vierzeiler enthalten sind. 

Was die Nummer 17 betrifft, habe ich ein seltsames Verhältnis zu dieser Zahl. Irgendwie verblüffend, dass ausgerechnet die 17 eingespart wurde.

 

Ob es sich bei scheinbaren Fehlern um Absicht, oder um echte Fehler handelt, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Nostradamus könnte damit auch etwas Bestimmtes auszudrücken versucht haben.

Beim 3. Teil ist die obere Zierleiste verkehrt herum angebracht worden und es fehlt das R bei Nostradamus. Dort steht: Nostadamus. Solche Fehler dürften eigentlich nicht passieren. Vielleicht war der Drucker betrunken?

Wie man an diesen Beispielen auch erkennen kann, wird U zu V und es gibt zwei verschiedene S. Auch das gab es früher im Deutschen. Abgeschafft wurde es in beiden Sprachen. Man kann also grundsätzlich davon ausgehen, dass Texte mit Wellenlinie über den Buchstaben und V statt U, sowie U statt V und zwei verschiedene S, älter sind, als Texte, wo dies nicht vorkommt.

 

Auf diesen Seiten findet man einiges über Nostradamus und über seine Werke. Darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt näher eingehen.

Jean Claude Pfändler und Mario Gregorio über Nostradamus

Falsche Prophezeiungen

 

Die falschen Prophezeiungen stammen von seinen Interpreten

Alles was man so als Voraussagen des Herrn Nostradamus kennt, stammt in Wahrheit von dessen Interpreten und nicht von ihm selbst. Auf https://www.relinfo.ch/nostradamus/infotxt.html habe ich schon im Jahr 2004 einige Hinweise auf falsche Voraussagen gefunden. Seither habe ich mich dort nicht mehr umgesehen.

 

Mit falschen Voraussagen hatte ich allerdings schon viele Jahre zuvor zu tun, nämlich als ich mein erstes Nostradamus Buch gekauft hatte. Geschrieben wurde es von Fontbrune, der als Franzose eigentlich prädestiniert gewesen wäre, richtig zu "übersetzen". Alles was er behauptet hatte, war falsch. Allerdings bewundere ich Leute wie ihn, die sich anmaßen, richtig zu interpretieren, obwohl sie selbst falsche Propheten sind und die den Mut haben, in aller Öffentlichkeit Prophezeiungen zu machen. Weil es ihre eigenen Prophezeiungen sind und nicht die vom Herrn Nostradamus.

Wer sind die Autoren auf http://www.relinfo.ch? Interessant: es handelt sich um eine «Evangelische Orientierungsstelle: Kirche, Sondergruppen, religiöse Bewegungen». Das ist insofern lustig, als gerade die evangelische Kirche in ihrem Ursprung als Sekte galt. Betrachtet man Religionen an sich, waren so ziemlich alle irgendwann zu Anfang eine Sekte, eine Abspaltung, von einem angeblich, WAHREN Glauben. Die Katholiken haben auch etwas ähnliches.

 

Rel.info fühlt sich von einem Vierzeiler direkt angesprochen. Zumindest diesen einen Vers glauben die Autoren selbst entschlüsselt und zeitlich richtig eingeordnet zu haben:

 

Die Predigten vom Genfer See werden Widerspruch erregen,
Die Tage werden zu Wochen,
Dann zu Monaten und zu Jahren, schliesslich wird alles hinfällig.
Die Behörden verdammen selbst jene leeren Dogmen.

Hier wird durchaus klar, dass Nostradamus dem Calvinismus ein völliges Ende binnen ein paar Jahren vorausgesagt hat. Diese Sicht mag dem katholischen Wunschdenken des Sehers entsprochen haben, mit der weiteren Entwicklung der Geschichte hat sie nichts zu tun.

 

Der Vers lautet im Original:

 

 

I 47

 

Du lac Leman les sermons facheront :
Des iours seront reduicts par les sepmaines,
Puis mois, puis an, puis tous deffailliront,
Les magistrats damneront les loys vaines.

 

Les sermons bedeutet Predigten, trotzdem wird dieses Wort von anderen anders übersetzt, weil es noch ein weiteres Wort für Predigten gibt. Deshalb übersetzt de Fontbrune den Vierzeiler folgendermaßen:

 

Die Reden vom Genfer See werden zu Zwistigkeiten führen;

Tage werden sich in Wochen verwandeln, dann in Monate und schließlich in Jahre. Dann wird alles zusammenbrechen, und die Beamten werden ihre nutzlosen Gesetze verdammen.

Einige Worte werden anders übersetzt und schon ergibt sich ein anderer Sinn. Wie ist das möglich? Weil dahinter fast immer eine bestimmte Absicht steckt. Was die Ehrlichen unter den Interpreten betrifft, mag es keine bewusste Absicht sein. Doch sie ist immer da, auch wenn wir es selbst gar nicht bemerken. Die Absicht der Evangelischen ist klar. Sie fühlen sich angesprochen, weil dort Genfer See steht - Predigten. Das genügt schon, um an die eigene Geschichte zu denken. Man unterstellt daher dem armen Nostradamus, zu prophezeien, die eigene Sekte würde schon bald wieder verschwinden. Damit hätte er nicht Recht, weil ihre Sekte erfolgreich war und deshalb folgern sie, Nostradamus habe sich geirrt. Ein falscher katholischer Prophet also, mit Tunnelblick. Aber hat er das wirklich gesagt?

Hat er das tatsächlich prophezeit? Welches Datum, welches Jahr beschreibt er? Das geht aus dem Text nicht hervor.

Um einige wenige Beispiele zu bringen, habe ich die angeblichen "Übersetzungen" durchforstet und verglichen.

 

Da übersetzt ein John Hogue in seinem Buch: Jahrtausendwende, Weltrundschauverlag, den Vers I/47:

 

Die Reden vom Lac Leman (Genfer See) werden sich erzürnen.

Aus Tagen und Wochen werden schließlich Monate und Jahre;

am Ende bricht alles zusammen.

Die Berater werden ihre nutzlosen Gesetze verfluchen.

Wieso übersetzen die Einen das Wort sermons mit "Predigten" und die anderen mit "Reden"? Sermo, sermonis heißt auf Latein "Unterredung", "Gespräch". Nostradamus sprach ein altes Französisch, welches dem Latein noch sehr nahe stand. Auf Französisch kann man sermon mit Predigt übersetzen, aber es gibt auch die Worte "precher, oder sermonner für predigen.  Predigt heißt "prédication, préche oder sermon".

Nimmt man modernes Französisch, könnte der Vers so lauten:

 

Les magistrats bedeutet eigentlich "die Richter", denn das ist insofern logisch, als sie Gesetze vollziehen. Also die Richter verdammen die eitlen (oder die nutzlosen) Gesetze. Da kommen wir schon ein wenig von den Sekten weg.

 

Das soll nur ein kleines Beispiel dafür sein, dass selbst die scheinbar einfach zu übersetzenden Vierzeiler gar nicht so klar sind.

Nostradamus verstehen

  Die Prophezeiungen des Nostradamus verstehen lernen Hat Nostradamus die Zukunft vorher gesagt? Die Einen sagen nein, die a...