Freitag, 10. Oktober 2025

Noch mehr Interpreten

 Wulfing von Rohr
 
 Vor langer Zeit kaufte ich mir "Nostradamus, Seher und Astrologe" von Wulfing von Rohr, erschienen bei Ariston. Man bekommt es noch bei Amazon.
Offenbar ist es nur mehr antiquarisch zu haben. Leider kann man nicht - wie bei neuen Büchern - ins Buch hinein sehen.
 
 Hier bekommt man das Buch auch: http://www.zvab.com/buch-suchen/textsuche/parm-pluto
 
Gelesen habe ich es bisher nicht, aber jetzt hole ich das nach. Was mich interessierte war der Originaltext, den man damals nicht so einfach zu lesen bekam. Heute bekommt man alle möglichen Ausgaben online und kostenlos. Viel später habe ich herausgefunden, dass es in Wien in der Nationalbibliothek ein Exemplar des ersten Teils der Centurien gibt. Also besorgte ich mir auch eine Fotokopie. Aber anfangs war ich auf Texte in Büchern angewiesen.
 
Von Rohr verwendet angeblich einen Text der von Dimde, der per Computer bearbeitet wurde, um Abweichungen der verschiedenen Ausgaben abzugleichen. Genau das ist aber Blödsinn.
 
Auf wikipedia findet man einen Eintrag über den Autor, den ich nur kurz zitieren möchte.
Wulfing von Rohr war von 1974 bis 1994 als Fernsehjournalist und Produzent von Fernsehdokumentationen für ARD und ZDF tätig. Ende der 1980er Jahre studierte er an der Universität von Kalifornien und lebte von 1986 bis 1998 in Santa Fe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wulfing_von_Rohr
 
Wie ich gesehen habe weisen seine Bücher eher in Richtung Esoterik. Er schreibt aber in seinem Buch, sich in Bezug auf Nostradamus auch mit dem Skeptiker Randi beschäftigt zu haben.
 
Auf Seite 20 zieht er einen Textvergleich bezüglich der Centurie IV/Vers 68.
 
Randi: En l`an bien proche ... de Ryn & Hister ...
Bellecour: En lieu bien proche ... Du Ryn et H ster ...
 
Leider schreibt er nicht dazu welche Ausgaben verwendet worden sind. Ich finde die Stelle im Moment leider gar nicht. Später werde ich mir das genauer ansehen.
 
Er macht sich über die Textentstehung Gedanken und stellt fest: "Um einem Mißverständnis vorzubeugen: Ich bin davon überzeugt, daß die Centurien in der Tat Orakel darstellen sollen, gleich aus wessen Feder sie im Einzelnen stammen, und daß es deshalb legitim ist, sich mit diesen Texten auseinanderzusetzen."
Mit anderen Worten: der Autor macht klar, dass er es für möglich hält, dass nicht Nostradamus selbst die Centurien alle verfasst hat - zumindest teilweise könnten sie auch von anderen Personen stammen, etwa von seinem Sohn.
 
Sehr kurz geht er auf die Biografie ein, was kein Fehler ist. Es schwirren sowieso sehr viele Biografien herum und von keiner weiß man so ganz genau wie korrekt sie jeweils ist.
 
Das Buch enthält die Vorrede an César und an König Heinrich in der originalen Fassung, sowie eine Übersetzung beider Texte auf Deutsch. Inwieweit diese korrekt ist habe ich nicht überprüft.
Ein Teil des Buches ist den verschiedenen Entschlüsselungsmöglichkeiten gewidmet, wobei er sich konkret auf einige Nostradamus Interpreten beruft. Eigene Interpretationen fehlen.
So zitiert er Wöllner, Centurio, Putzien, Cheetham, Patrian, Drude, Eilenberger, Schubert, Rösch, Frontenac, Dimde, Leoni, Randi, Francis, de Fontbrune, wobei er die Gedanken der meisten Autoren jeweils eher kurz beschreibt, ohne näher darauf einzugehen. Nur bei Dimde macht er eine Ausnahme.
Interessant dabei ist, dass die Überlegungen von Troyan offensichtlich hier vorweg genommen wurden. Also das Bilden von Quersummen, oder Anagrammen wie: "Parma" = par me = durch mich.
 
Als Überblick recht interessant, weil man erfährt, ob man sich überhaupt die Mühe machen sollte, einen dieser Autoren, respektive diese Autorin zu eigenen Überlegungen heran zu ziehen.
Der Autor bietet also einen allgemeinen Überblick zum Thema und zwischendurch wirft er Fragen auf die sich ihm stellen, welche er aber leider nicht beantworten kann. Der Leser, die Leserin, erhält keine Antworten auf eigene Fragen.
 
Heinrich Becher
 

Der Autor beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Nostradamus. Er glaubt, einige Autoren hätten richtig interpretiert und auch richtige Voraussagen gemacht. Er erwähnt Cheetham, Allgeier, Centurio, de Fontbrune. Seine eigenen Voraussagen: Zwei große Einschläge von Meteoriten und eine darauf folgende Völkerwanderung.
 
Was andere vor ihm machten, versucht auch er - eine Verknüpfung der Nostradamus Verse mit der "Malachias-Prophezeiung", welche er für "immer zutreffend hält", weswegen er der Meinung ist, die müsse auch auf Papst Benedikt XVI zutreffen. Daher bemüht er sich, ein Eintreffen zu konstruieren, weil seiner eigenen Meinung nach dieses Eintreffen nicht erkennbar ist. Einer derartigen Logik kann ich nichts abgewinnen.
 
Der Autor nimmt einen Krieg (des Antichristen) für die Jahre 2026 - 2053 an.
 
2026 Juli, ein Krieg der für Italien sehr schlecht sein wird
2038 Spanien wird von Moslems besetzt
2053 Deutsche und Franzosen schließen sich zusammen - Rückeroberung der besetzten Gebiete
 
Leider habe ich über den Autor im Internet keinerlei weitere Informationen gefunden. Ob die Voraussagen stimmen? Man wird sehen.


Ehinger


Auf der Webseite findet man einen kurzen Auszug aus dem Buch: Und plötzlich steht die Erde still! von Klaus Norbert Ehinger. Verlag habe ich keinen gefunden. Er beschreibt kurz was Dr. Max de Fontebrune angeblich aus Nostradmus Werken heraus gelesen hat. Das klingt gar nicht so abwegig.

Die nahezu vollständige Zerstörung von Paris durch Feuer, die teilweise Zerstörung von Marseille durch eine Flutwelle, ein Krieg zwischen Ost und West (leider schreibt er nicht wer unter Ost zu verstehen ist) und der Ursprung des Krieges soll im Nahen Osten liegen: Irak, Iran, Palästina.

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass von einer echten "Übersetzung" auch hier nicht die Rede sein kann. Große Kriege gab es immer wieder und wer die Konfliktpunkte kennt, kann leicht assoziieren, ohne dass Nostradamus dabei ins Spiel kommt. Dann ist sozusagen der Interpret der eigentliche Prophet. Sofern die Behauptungen sich bewahrheiten.

Wer sich mit Prophezeiungen auseinander setzt, wird in diesem Buch vielleicht einige Anregungen finden.


Skeptiker - Harder
 
Die Skeptiker sind selbstredend davon überzeugt, dass Nostradamus kein Prophet war. So nannte er sich übrigens auch nicht. Er nannte sich Seher.
http://www.gwup.org/infos/nachrichten/399-500-jahre-nostradamus
Dunkelheit, Dreistigkeit und Beschwörung des Zufalls -- das ist nach Corneilles Poesie der Dreiklang, mit dem Propheten die auf kosmische Fingerzeige gestimmten Saiten der Seele zum Klingen bringen.
Der calvinistische Reformator Theodore de Bèze (1519–1605) komponierte aus dem Namen Nostradamus gar einen lateinischen Spottspruch:
 
Nostra damus cum falsa damus, nam fallere nostrum est; et cum falsa damus, nil nisi nostra damus.
Zu Deutsch etwa:
Wir geben das Unsere, wenn wir Falsches behaupten, denn Falsches zu sagen ist unsere Art; und wenn wir Falsches sagen, geben wir das Unsere.
 
Scharlatan oder Inspirierter? An Nostradamus scheiden sich die Geister.
Lustig dass ausgerechnet - ich denke einmal atheistische - Skeptiker, einen Kleriker zitieren. Aber wenn es ins Konzept passt ...
Wofür halten die Skeptiker den Nostradamus? Für einen Scharlatan? Nein, jetzt schon für einen Dichter. Und dann machen sie selbst, was sie anderen vorwerfen. Sie interpretieren.
Vier Jahre vor dem tragischen Ereignis hatte Nostradamus im Vers 35 der I. Centurie geschrieben
 
Der junge Löwe wird den alten überwinden,
auf kriegerischem Feld im Einzelstreit.
Im goldenen Käfig wird er ihm die Augen spalten,
von zwei Flotten setzt sich eine durch, der Besiegte stirbt einen grausamen Tod.
"Seit dieser prophetischen Glanzleistung war Nostradamus noch zu Lebzeiten der gemachte Hellseher", applaudierte 1981 sogar Der Spiegel in einer Titelgeschichte.
 
Wirklich?
 
Der berühmte Quartain ist von Zeitgenossen nicht einmal wahrgenommen worden,
behauptet der renommierte französische Historiker Georges Minois. Und das mit guten Gründen: Heinrich II. war 40 Jahre alt, Graf Montgomery mit 29 Jahren unwesentlich jünger. Letzterer war kein König, also mitnichten ein "Löwe". Außerdem spielte sich das Drama nicht "auf kriegerischem Feld" ab, und nirgends ist überliefert, dass Heinrich II. einen auffälligen goldenen Helm oder ein goldenes Visier trug.
 
Im Jahr 1555, als Nostradamus diese Verse schrieb, war vielmehr Heinrich II. der "junge" und Karl V. mit seinem goldenen Helm -- der deutsch-römische Kaiser, der sich mit den Franzosen heftige Kriege lieferte -- der "alte" Löwe. Gemeint hatte Nostradamus also das Gegenteil dessen, was die Interpreten hineinlesen: nämlich, dass sein König Heinrich II. über seinen Erzfeind siegen möge.
Schreibt der Autor Bernd Harder wörtlich. Offensichtlich verführt Nostradamus sogar einen Skeptiker dazu, sich für berufen zu halten die dunklen Verse richtig zu verstehen.
 
Das alleine ist ja schon eine tolle Leistung. Nirgendwo in den Versen steht, dass Nostradamus Heinrich II überhaupt gemeint hat. Ob der Autor selbst die Schlussfolgerung zieht, oder der eines anderen folgt (was ich nicht ganz auseinander halten kann), ist dabei nebensächlich, weil er zumindest zustimmt.
Der Artikel ist trotzdem nicht uninteressant. Von Kritikern und Skeptikern kann man mitunter sehr viel lernen. Wer ein Rätsel lösen möchte, muss es von allem möglichen und unmöglichen Seiten betrachten.
 
Nazis übersetzen Nostradamus
 
A. de Tombre alias N. (Alexander) Centurio alias Dr. Alexander Centgraf, widmete sich ebenfalls den Werken des Nostradamus
Karl E. Krafft, Hans Hermann Kritzin­ger, Lage Fabian Wilhelm Staël von Holstein und Alexander Centgraf sind die einzigen, nament­lich identifizierbaren Autoren, de­ren No­strada­mus-Schriften als Broschüren und Bücher im europäi­schen Ausland publiziert und ver­trieben wurden. Diese Publika­tionen weisen eine identische, in­haltliche und propagandistische Inten­tion auf und wurden in den je­weiligen Lan­dessprachen in Spa­nien, Por­tugal, Rumänien, Ungarn, Belgien, Frankreich, Holland, Dä­nemark und Schwe­den im lega­len Buch­handel verkauft. Alle hier ge­nannten Per­sonen waren Mitglieder der NSDAP und der Reich­schrifttumskammer.
 
Auf der Seite http://www.nostradamus.online.de wird genauer darauf eingegangen.
Es ist eine umfangreiche Abhandlung zum Thema: Nostradamus als Propagandainstrument der Nazis.
 
Der Autor Ulrich Maichle baut auf den Studien von Ellic Howe auf:
Meine Nachforschungen zur Nostradamus-Propaganda basieren zu einem gewissen Teil auch auf der Über­prü­fung von kon­kreten In­for­mationen, die der Autor Ellic Howe weitestgehend anhand von Zeitzeu­genaus­sa­gen er­mit­teln konnte und erst­ma­lig 1965 in seinem Buch „Nostradamus and the nazis: a foot­note to the history of the Third Reich“ publizierte; 1967 er­folgte eine er­weiterte Ausgabe un­ter dem Titel „Uranias Chil­dren“. Die deutsche Ausgabe ließ noch drei Jahrzehnte auf sich warten und erschien erst 1995 unter dem Ti­tel „Ura­nias Kinder: Die seltsame Welt der Astrologen und das Dritte Reich“ (ISBN 3-89547-710-9).
 
Unter anderen widmet er sich der Person des Nostradamus Forschers Krafft und beweist, dass dieser sich von den Nazis einspannen ließ.
 
Der begeisterte Nationalsozialist Karl E. Krafft wurde spätestens im November 1939 vom RSHA (Reichsicherheits­hauptamt) zum Zwe­cke der ge­heimen Zusam­men­arbeit ange­worben und ließ sich bereit­willig einspannen, als es u. a. darum ging, die Nostradamschen Pro­phe­zeiungen in ge­fälschter Form als psy­chologische Waffe ge­gen die Kriegsgegner ein­zusetzen. Seine Mitarbeit endete für ihn jedoch letal. Auf Grund einer allgemeinen Begeisterung für ein „Großdeutschland“, die Krafft zu einer problematischen Figur macht, zog er Ende der 30er Jahre mit seiner Frau in den Süd-Schwarzwald. Seine astrologischen Berechnungen ließen ihn zu der Prognose kommen, Hitler sei vom 7. bis 10. November 1939 in extremer Gefahr. Begeistert von sich selbst, warnte er die deutschen Behörden. Als am 8. November das Attentat Georg Elsers im Bürgerbräu München scheiterte, wurde Krafft zunächst als möglicher Mit-Täter verhaftet. Diese Erfahrung hinderte ihn nicht, sich zur Arbeit für das Reichssicherheitshauptamt anwerben zu lassen, weil er die Möglichkeit sah, der Astrologie zum Durchbruch als anerkannter Wissenschaft zu verhelfen. In Berlin ließ man ihn Horoskope von Personen und Ereignissen berechnen und die Prophezeiungen von Nostradamus deuten, um sie für die Psychologische Kriegführung zu verwenden. Die Briten griffen die Methode auf und engagierten im Gegenzug den aus Deutschland emigrierten Astrologen Louis de Wohl für ihre psychologische Kriegführung.
Krafft starb im KZ.
Bereits am 12. Juni 1941, nachdem Rudolf Heß nach England geflogen war, wurde Krafft wie zahlreiche andere Astrologen verhaftet. Am 24. Juni 1941 verbot das NS-Regime die öffentliche Anwendung aller okkulten Praktiken. Dennoch sollte Krafft, zusammen mit Psychologen wie dem Bonner Philosophie-Professor Johannes Maria Verweyen, weiterhin für die Nazis arbeiten und Horoskope von Generälen erstellen. Die Arbeiten wurden von Kurd Kisshauer vom Amt Rosenberg gesammelt und gesichtet. Nach einem Nervenzusammenbruch im Gefängnis war Krafft ab Herbst 1942 arbeitsunfähig und erkrankte im Frühjahr 1943 an Typhus. Er hatte sich noch nicht von seiner Erkrankung erholt, als nach Oranienburg ins KZ eingeliefert wurde. Am 27. November 1944 wurde er in das KZ Buchenwald überstellt und starb dort am 8. Januar 1945. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Ernst_Krafft

Weil ich derzeit damit beginne mich mit den Leuten auseinanderzusetzen die Nostradamus übersetzt haben, oder es zumindest versuchen, muss ich kurz auf Goethe eingehen. Von selbst wäre ich darauf niemals gekommen. Ich habe den "Faust" weder gelesen, noch gesehen. Da ich aber gerade darauf hingewiesen wurde, dass sich Goethe angeblich mit Nostradamus beschäftigt hätte, surfte ich einmal kurz im Internet.
 
Die erste Station machte ich hier http://www.welt.de/print-welt/article352196/Okkultismus-aus-zweiter-Hand.html
 
Der Autor, Matthias Heine, glaubt nicht an eine engere Beziehung Goethes zum Werk von Nostradamus. Aber Goethe hat dessen Werke noch mehr ins Gespräch gebracht, als sonst jemand.
 
Der protestantische Theologe Gottfried Arnold veröffentlichte 1699 bis 1715 seine dreibändige "Unpartheyische Kirchen- und Ketzerhistorie". Diese Bücher besaß Goethes Vater.
Das alleine ist schon einmal ein Beweis dafür, dass es die nostradamischen Prophezeiungen mindestens vor 1690 gegeben haben muss.
Im 18. Jahrhundert war Nostradamus in Deutschland sehr bekannt. Johann Christoph Adelung erwähnte ihn 1789 im 7. Band seiner "Geschichte der menschlichen Narrheit.
Das Kosmetikbuch des Nostradamus wurde 1573 von Jeremias Mertz ins Deutsche übersetzt. Was vermutlich nicht geschehen wäre, wäre Nostradamus nicht schon damals berühmt gewesen.
 
Goethe hat sich auch mit Kabbalistik und mit Alchemie beschäftigt, aber kaum mit Magie, wie ihm unterstellt wird, weil er das "Hexeneinmaleins" erdichtet hat. Da ich eben den Faust nicht direkt kenne, fand ich es zielführend mich von berufenen Menschen beraten zu lassen. Damit ich verstehe was Goethe sagen wollte. Diese Beratung fand ich in dem Buch von Jochen Schmidt:
Goethes Faust, Erster und Zweiter Teil: Grundlagen - Werk - Wirkung, erschienen im Verlag C. H. Beck. Google bringt daraus eine ziemlich umfangreiche Leseprobe.
Überzeugend zeigt der Autor, dass Goethe dieses Hexeneinmaleins satirisch verstand und auch so verstanden haben wollte.
 
"Zu Eckermann sagte er am 4.1.1824: "Ich glaubte an Gott und die Natur und an den Sieg des Edlen über das Schlechte; aber das war den frommen Seelen nicht genug, ich sollte auch glauben, dass Drei Eins sei, und Eins Drei; das aber widerstrebte dem Wahrheitsgefühl meiner Seele."

 Damit wendete er sich gegen den christlichen Glauben, gegen die Lehre der Dreieinigkeit. Mehr ist nicht dahinter.
 
Im Internet findet man auch den Briefwechsel zwischen Goethe und (Karl Friedrich) Zelter, Band 2
 
und dort schreibt er: "... Ebenso quälen sie sich und mich mit den "Weissagungen des Bakis", früher mit dem "Hexeneinmaleins" und so manchem anderen Unsinn, dem man dem schlichten Menschenverstande anzueignen gedenkt.
 
Womit er sehr klar ausdrückt, dass er es nicht so gemeint hat, wie es verstanden wurde. Was ihn stört ist der offensichtliche Versuch mancher Zeitgenossen, etwas in sein Werk hinein zu geheimnissen, was so nicht drinnen ist.
 
Vladimir V. Koulich möchte zwar ein "magisches Quadrat" als Grundlage des "Hexeneinmaleins" erkennen. Was nicht unmöglich ist, jedoch mit Magie nichts zu tun hat. Zu finden auf: http://www.ntu.edu.sg/home/MVVKulish/Les%20Cahiers%20Luxemboureois%20%28Vol%201995%20No%203%29.pdf
 
Selbstverständlich ist es kein Unsinn - aber es ist nicht bedeutungsvoll. Goethe hat es nicht aus mystischen Gründen verwendet, falls es so sein sollte. Vor allem steht es in keinem Zusammenhang mit Nostradamus.
 
Schon in alten Vorlagen gab es in den Geschichten über den Dr. Faust Zaubersprüche, die ihm zugeschrieben wurden. Naheliegend also, wenn Goethe das Vorbild aufgreift. Was nicht heißt, dass er daran glaubt. Man könnte ihn daher als einen Skeptiker bezeichnen, der sich eigentlich über Magie lustig machte.
 
Der Augsburger Schausteller Rudolf Lang zog mit einer Hundenummer zum Thema Faust 1717–21 durch Österreich und Deutschland und musste sich einmal ernsthaft gegen den Vorwurf der Hexerei verteidigen. http://de.wikipedia.org/wiki/Fauststoff
Die Menschen glaubten damals noch an Magie und hatten Angst vor Leuten, die scheinbar magische Fähigkeiten hatten. Auch wenn es nur ein Auftritt eines Schaustellers war. Heute würde man ihn einen Mentalist nennen.
 
Diese Faust Geschichten waren also populär. Jeder kannte sie und Goethe war nur einer von vielen, der daraus schöpfte.
"Die Weissagungen des Bakis" mögen ein Übriges beigetragen haben, um den Eindruck zu erwecken, Goethe habe eine tiefere Beziehung zu Nostradamus aufzuweisen. Hatte er aber nicht.
 
Wikipedia schreibt über Bakis:
 
Bakis (griech. Βάκις) war ein Seher des antiken Griechenlands, der im 7./6. Jhd. v. Chr. gelebt hat und in seinen Orakelsprüchen die Ereignisse der Perserkriege prophezeite. Bakis soll die Gabe der Prophezeiung von den Nymphen erhalten haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bakis_%28B%C3%B6otien%29
 
Wie man sieht Goethe hat viele verschiedene alte Geschichten und Sagen verwendet. Als gebildeter Mann hatte er eine große Auswahl zur Hand. Er hat auch auf verschiedene Personen hingewiesen. Wie sie eben in sein Stück passten.
 
Wenn er dichtet:
Nicht Zukünftiges nur verkündet Bakis; auch jetzt noch
Still Verborgenes zeigt er, als ein Kundiger, an.
Wünschelruten sind hier, sie zeigen am Stamm nicht die Schätze;
Nur in der fühlenden Hand regt sich das magische Reis.
 
erinnert er schon ein wenig an Nostradamus, sofern man "das magische 'Reis" mit den Zweigen und der Rute in I/2 gleichsetzt.
Aber warum ist das so? Vielleicht weil beide - Nostradamus und Goethe - dieselben Vorbilder verwenden? Oder hat Goethe tatsächlich versucht Nostradamus in Gestalt des Bakis zu "erklären"? Das ist eher unglaubwürdig.
 
Hingegen scheint die Annahme falsch, er habe mit der Regieanweisung im Faust Nostradamus darstellen wollen. Matthias Heine überzeugt mit seiner einfachen Antwort. Goethe bezog sich auf Rembrand und dessen Bild vom (angeblichen) Faust.
 

 

Ein seltsamer Zufall

Ruben Stein hat das Buch "Der dritte Weltkrieg kommt!" Die Prophezeiungen der Maria S. Taschenbuch – 24. November 2015" geschrieben und bei BoD drucken lassen.
 
Das Buch erschien kurz nach meiner Traumsammlung. Unter anderem behauptet er, Maria S. habe vor 15 Jahren ihre ersten "Schauungen" gehabt. Das wäre genau die Zeit, als ich begann, meine Träume ins Internet zu stellen.
 
Offenbar wurde ich mit dieser Maria S. verwechselt. Vor einigen Jahren machte mich jemand darauf aufmerksam. Ich dachte das muss ich korrigieren. Hat offenbar aber nicht viel genützt. Jetzt ist es wieder passiert. Jemand meinte ich sei Maria S. und ihre angeblichen Prophezeiungen stammten in Wahrheit von mir.
 
Nun möchte ich auf gar keinen Fall mit dieser (meiner Meinung nach erfundenen) Frau verwechselt werden. Deshalb ging ich der Sache erneut nach. Ansonsten interessiert sie mich  aber nicht.
 
Offenbar hat der Autor eine Kunstfigur erschaffen und was sie ihm angeblich über zukünftige Ereignisse berichtet hat, stammt offenbar von angeblichen Sehern und Seherinnen aus ferner Vergangenheit.
 
Vor Jahrzehnten hatte ich einmal eine ziemlich umfangreiche Webseite, auf der ich so ziemlich alle Seherinnen und Seher kurz beschrieben habe. Das hatte ich mir alles aus dem Internet zusammen gesucht. Wirklich Ahnung hatte ich von der Materie nicht. Es passte einfach nur sehr gut zu dem was ich machte. Irgendwann stellte der Anbieter sein Produkt ein und die Seite war verloren. Seitdem habe ich mich kaum noch für Voraussagen interessiert. Abgesehen mit denen des Nostradamus.
 
Ich habe das Buch von "Rubin Stein", der unter anderem auch Agententhriller schreibt, (unter dem Pseudonym Yossi Diskin) nicht gelesen und ich werde es auch nicht lesen. Aber natürlich forschte ich nach und fand ein weiteres Buch dieses Autors, der sich angeblich als Jude, oder als Deutscher mit Liebe zum Judentum ausgibt, und Beziehungen zu Israel hat, wie er in einem Forum angeblich behauptet hat.
 
Ein weiteres Buch von ihm hat mit Paraguay zu tun. Dabei geht es um das Land selbst.
Einer seiner Thriller spielt auch in Parquay.
 
Nun hat Herr Kopczisnki , der "zufällig" (?) ebenfalls in Paraquay lebt (= unter anderem verwendet er das Pseudonym Ray Nolan), auf seiner Webseite auch seine Vorfahren erwähnt. Unter anderem wurde die "Polish Jewish List" inmitten der vielen Namen genannt. Wozu das gut sein soll, weiß ich nicht. Er schreibt ja an dieser Stelle auch nicht hin, aus welchen Archiven er die jeweiligen anderen  Namen hat. Er hat also vielleicht Bezug zum Judentum. Oder aber er möchte suggerieren, dass diese Beziehung zum Judentum existiert.
 
Beide Autoren schreiben über Voraussagen, beide leben in Paraquay und beide schreiben auch Actionromane. Beide unterstellen eine Beziehung zum Judentum, beide Autoren stammen aus Deutschland. 
 
Also wäre es nicht gar so absurd, Nolan, Kopczisnki und Stein, als eine Person anzunehmen. Bei ca. 125 Identitäten unter denen er aufgetreten ist, wie er selbst behauptet, kennt  Kopczisnki sich vielleicht selbst nicht mehr so ganz aus. Ich habe jedenfalls den Verdacht, dass er auch "Ruben Stein" sein könnte. Beweisen kann ich es nicht und ich weiß es auch nicht, aber die Möglichkeit besteht.
 
Die Fotos der beiden Autoren dürften nicht denselben Mann zeigen (auf der Webseite und bei Amazon), aber das sagt auch nicht sehr viel aus. Ein Foto kann man sich erkaufen.
 
Beim Wort Paraquay schrillten meine Alarmglocken. Das wäre doch ein sehr großer Zufall, würden zwei Autoren, welche all diese Gemeinsamkeiten haben,   ausgerechnet nach Paraquay auswandern.
 
Nolan hatte vor Jahren mit mir kurz im Internet Kontakt und bot mir an, mit ihm gemeinsam etwas zu unternehmen. Was genau das sein sollte, schrieb er nicht. Das habe ich ignoriert. Er wird vielleicht jemand anderen gefunden haben. Einige Autoren die ständig neue Bücher heraus gebracht haben, hatten oder haben, Ghostwriter. Der Autor erfindet nur noch das Gesamtkonzept. Es könnte daher sein, dass es sich wirklich um zwei verschiedene Personen handelt. Eine Beziehung zwischen ihnen, in irgendeiner Form könnte es trotzdem geben.
 
War die Entscheidung eine Maria S. zu erfinden (ich habe den Verdacht, dass sie erfunden wurde) ein absichtliches Manöver? Ein Zufall? Im Laufe der Zeit haben viele Leute meine Träume gelesen. Vielleicht dachte da jemand, der Name würde Interesse schaffen?
 
Es gibt übrigens auch einen Autor, der das Pseudonym Ruben L. Stein benützt. https://www.lovelybooks.de/autor/Ruben-L.-Stein/
Sein erstes Buch ist 2018 erschienen. Also bitte nicht verwechseln. Der scheint mit den beiden genannten Autoren wirklich nichts zu tun zu haben.
 
Ruben Stein schreibt also auch unter dem Pseudonym Yossi Diskin. Auf seiner Amazon Seite macht er selbst darauf aufmerksam. Das erste Buch kam 2020 heraus. Viel später als die Maria S. Bücher. Dass er ein Pseudonym für ein anderes Genre verwendet, heißt jedoch nicht, dass der Name Ruben Stein kein Pseudonym sein kann. Es suggeriert aber, der Name Ruben Stein sei sein bürgerlicher Name. Daran zweifle ich.
 
Oder bin ich doch total auf dem falschen Dampfer?
 
Ich habe im Internet eine Leseprobe von dem Buch "Heimat, Reinheit, Tradition" von Ruben Stein gelesen. Ein kleines Stück. Das genügt mir. Bei Googel kann man es Auszugsweise lesen.
 
Wenn der Mann ein Jude ist, tarnt er sich aber sehr gut. Dann muss er vom Mossad sein und sein Ziel ist es, die Deutschen zu manipulieren. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Jude mit Beziehung zu Israel einen solchen Schmonzes verzapft. Denn was er in diesem Buch schreibt, klingt sehr nach einem ziemlich rechts gerichteten Deutschen, der mehr oder weniger in die Vergangenheit zurück möchte. Er tut zumindest so, als würde er irgendwelche alte Prophezeiungen selbst glauben und er stellt sich als guter Katholik dar. Ob das stimmt, lässt sich schwer feststellen. Allerdings zitiert er am Anfang auch jüdische Autoren und er erwähnt sogar die Kabbala. Muss nichts heißen. Abschreiben geht ganz leicht. Er zitiert eben, das darf er. Was davon er selbst glaubt, was er denkt, steht dort vermutlich nicht. Als Yossi Diskin ist es ratsam, sich als Jude zu geben. Die Bücher wollen schließlich verkauft werden und da es eben leider verschiedene Gruppen von potentiellen Lesern gibt, muss man den Namen des Autors und seinen kulturellen Hintergrund anpassen. Romane gibt es schon so viele. Wie soll man aus der großen Masse hervor stechen? Man sucht sich Nischenthemen.
 
In erster Linie verbreitet er Angst und Schrecken vor dem großen Knall!
 
Schaut euch österreichische und deutsche Heimatfilme an, sagt er den Leuten. Frauen wollen nur "starke" Männer, an denen sie sich anlehnen können, usw. Wer der Kaiser sein soll weiß ich zwar nicht, aber irgendwo wird das sicher erklärt werden:
 
"Der Kaiser verlangt aber "echte Männer" und "echte Frauen". Sie erinnern sich: die göttliche Ordnung wird nach dem großen Knall vollständig wieder hergestellt. Deswegen müssen wir unsere Jungs  künftig wieder mehr "vermännlichen". Ein gläubiger Katholik zu sein und regelmäßig den Rosenkranz zu beten (die stärkste Waffe die wir haben) heißt nicht, dass man unmännlich ist. Und demütig zu sein heißt nicht, daß man unterwürfig ist. Wenn wir den kommenden großen Knall als Volk überleben wollen, brauchen wir eine starke, im christlichen Glauben, innerlich gefestigte Jugend.
schreibt er auf Seite 52.
 
Eine dreitägige Finsternis im Spätherbst 2022, sagt er voraus. Das ist ja schon bald. Ich schreibe es mir auf den Kalender. ;)
Seite 55
 
Welcher Jude, der sich als solcher bezeichnet, fühlt sich als Teil des deutschen Volkes? Einige Verschwörungstheorien streut er auch noch ein. Die Bilderberger, der Councils of foreign relations, die Trilaterale Kommission, die UNO, die größte Loge der Welt.  Dann zitiert er Beatrix von Storch, die bei der AFD ist. Schließlich behauptet er auch noch, "unter dem Kaiser" würde die Kriminalität total ausgerottet werden. Wer auch nur ein klein wenig Lebenserfahrung hat und nicht ganz deppert ist, weiß, dass man Kriminalität niemals ausrotten kann.
 
Kriminalität fängt bei ihm mit dem Ausspucken und auf den Boden werfen von Kaugummis an. Beim unrasiert herum laufen!!! Na servus. Ab in den Häfn, ihr Unrasierten dieser Erde. ;)
 
Dann erklärt er noch: Tätowierung sei von Gott verboten. Das könnte von einem Juden sein, die glauben an so etwas. Mich regt dieser Aberglaube eher auf. Mein Opa war auch tätowiert und ich bin ziemlich sicher, es war ein religiöses Motiv. Er war einige Jahre bei den Bibelforschern. https://apkcombo.com/de/anchor-ship-tattoo-meanings/com.AnchorShipTattooMeanings.namelaapps/
Angeblich - so nebenbei erwähnt - werden christliche Symbole als Tattoo immer beliebter. https://www.evangelisch.de/inhalte/101050/03-08-2010/tattoos-wenn-glaube-unter-die-haut-geht
Später lehnte er diese Leute ab, aber seine Tätowierung konnte er nicht mehr los werden. Ich habe seinen Anker nie vergessen, weil ich immer wieder zu hören bekam: "Lass dir niemals so etwas machen. Später gefällt es dir dann nicht mehr, aber du wirst es nie mehr los."
 
Ich habe mir angesehen, was in der Bibel steht. Ich nehme zumindest an es steht tatsächlich so dort, wie der Herr Stein es schreibt.
 
"Um eines Toten willen, sollt ihr euch keinen Schnitt ins Fleisch machen!"
 
Dann wäre das wohl so zu verstehen, dass es irgendwann einmal eine Tradition gab, sich für einen Toten zu verletzen. Wahrscheinlich wussten die Menschen dann später nicht mehr, warum es gemacht wurde. Das hat mit einer Tätowierung nichts zu tun.
 
Bei den Römern zerkratzten sich z. B. die Trauernden die Wangen. https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:6958/datastreams/FILE2/content
Wird also auch bei anderen Völkern ähnliches gegeben haben. Irgendwann wird so manches dann verboten.
 
Wie dem auch sei, den Christen scheinen solche Verbote egal zu sein. Entweder ist er also wirklich Jude und versteht nicht, wie Christen ticken, oder er ist ein abgehobener Deutscher der im Ausland lebt, der auch nicht weiß, wie Christen ticken, weil ihm Religion egal ist.
 
Es klingt fast so, als habe er die Postings eines Forums zitiert. Mühlhiasl, usw. sagen ihm die Zukunft voraus und natürlich die ominöse "Maria S".
 
Etwas ähnliches gab es tatsächlich einmal. Ein junges Mädchen erregte mit ihrem Erstlingswerk Aufsehen. Bis sich heraus stellte, dass sie aus dem Internet Kommentare abgeschrieben hatte. Ist auch verboten, wenn der Autor nicht erwähnt wird.
 
Das brachte mich auf die Idee, in dieser Richtung weiter zu recherchieren.
Heute habe ich mir ein altes Forum angesehen, in welchem auch gerätselt wird, wer Rubin Stein sein könnte. Sie wissen es anscheinend auch nicht wirklich, oder sie wussten es damals noch nicht. Weil jedoch jemand mich als Frau Stein bezeichnete, glaube ich, dass sie es noch immer nicht wissen. Ich bin jedenfalls keine Frau Stein und ich bin auch nicht diese Maria S. Zum Glück.
 
Was diese ganzen Seherinnen und Seher angeblich alles voraus gesagt haben, weiß ich auch gar nicht. Warum sollte ich von anderen abschreiben, wenn ich sowieso von der Zukunft träume?
 
Ein Yossi Diskin Buch habe ich bei Google gefunden. Davids Schleuder.

Naja. "Halon zog seine Lederjacke aus, in der ein verräucherter Geruch nach Winter hing."
 
Nicht so meines.


Wer oder was der Memuneh ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber anscheinend gibt es einen, zumindest im Roman. Da wird nur so mit Fachbegriffen umher geworfen. Wer will schon so genau wissen, wie es beim Mossad zugeht? Hat der Autor Verbindungen, oder tut er nur so, um es spannender zu machen? Ob das alles so stimmt, kann man sowieso nicht überprüfen.
 
Ich habe die Geschichte soweit man sie lesen kann, kurz überflogen. Ein Fan werde ich sicher nicht und ich habe auch keine Lust, mich da durch zu quälen.

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