Freitag, 10. Oktober 2025

Über Nostradamus

 

Fragen über Fragen

Nostradamus - Forschungen


Nostradamus braucht die Hilfe von Menschen, die keine Scharlatane sind. Denn leider beschäftigen sich viele Scharlatane mit seinem Werk und zocken die Leute ab, indem sie Angst und Schrecken verbreiten. Nostradamus will ja verstanden werden. Behauptet er jedenfalls in seinem Vorwort. Aber er weiß auch, dass nicht jede/r dazu in der Lage ist. Zumindest bisher hat sich noch niemand gefunden, der/die Licht ins Dunkel hätte bringen können.
Es gab immer Kriege und Katastrophen und es wird immer welche geben. Davor sollte man sich nicht fürchten. Kriegerisches Verhalten liegt uns leider in den Genen. Wer anderes glaubt, ist naiv.
Nostradamus wollte nicht Angst machen, sondern etwas beweisen und erklären. Was? Das weiß bisher niemand außer ihm selbst. Helfen wir ihm also, indem wir heraus finden, was er wirklich zu sagen hatte - oder auch nicht. War er ein Betrüger, ein Blender, ein Spinner, oder ein guter Psychologe? Oder hatte er wirklich etwas Wichtiges zu sagen? Es wäre an der Zeit,  tabula rasa zu machen. Unzählige Menschen leiden Dank seiner Verse an  Ängsten und Depressionen, weil Scharlatane und Betrüger aus seinem Werk ein lukratives Geschäft machen. Sollte dieser Unfug nicht endlich ein Ende haben? Um ihn zu beenden, muss man die (angeblichen) Prophezeiungen endlich richtig übersetzen.  Also machen wir uns an die Arbeit.

 

Jemand den ich kannte erfuhr von meinen vorausschauenden Träumen. Das hielt er für Betrug, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass man die Zukunft sehen kann. Er dachte wohl, jemand würde mir von geplanten, zukünftigen Ereignissen erzählen, oder vielleicht meine Träume erfüllen. Was genau er dachte, weiß ich nicht. Wir haben nie offen darüber gesprochen, denn dazu war er zu feig. Als ich im Verlauf eines Telefongesprächs, welches ich mit ihm führte, auch über Nostradamus sprach, dachte er ich würde damit einen heimlichen Helfer meinen. Von da an wollte er unbedingt Nostradamus kennen lernen. Nun ja, das war nicht möglich, weil Nostradamus schon seit Jahrhunderten verstorben war.
 
Später, als ich im Internet meine Traumstudie allgemein zugänglich machte, andererseits aber auch ein klein wenig über Nostradamus schrieb, weil ich für eine Webseite noch zu wenige bedeutende Träume hatte, wurde wieder von jemandem eine Verbindung zwischen meinen Träumen und Nostradamus angenommen. Manche Nostradamus-Verehrer dachten, ich hätte seine Werke entschlüsselt und würde sie als meine eigenen Voraussagen ausgeben.

 

Um also allen Irrtümern vorzubeugen, möchte ich jetzt einmal deutlich betonen: Eines hat mit dem anderen nichts zu tun. Niemand erfüllt meine Träume, oder sagt mir ein und Nostradamus habe ich bisher nicht entschlüsselt. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob es da überhaupt etwas gibt, was man entschlüsseln könnte. Was mich nicht davon abhält es auch weiterhin zu versuchen. Vielleicht steht ja doch etwas für mich drinnen? Wer weiß, wer weiß?
Der Bannspruch
Wenn er wirklich wirkt, rennen sehr viele Verfluchte herum, wenn man bedenkt, wie viele angebliche "Schlüssel" es gibt. :)
Benuci ist übrigens einer von denen, die ihn angeblich gefunden haben, den SCHLÜSSEL.
 
Benuci übersetzt ihn so:
„Die diese Verse lesen, mögen sie reiflich prüfen, Das gemeine und unwissende Volk soll sich nicht damit befassen. Und alle Astrologen, Tölpel, Barbaren sollen fern bleiben. Der anders handelt, sei nach dem heiligen Ritus verflucht!“
Wer aller angeblich den Schlüssel gefunden hat

Der Schlüssel
 
des Nostradamus ist vermutlich eine Illusion. Zumindest in der Form, in der gesehen wird. Man sucht unter den vielen Buchstaben wohl umsonst eine passende Antwort. Mit den angeblichen Schlüsseln werde ich mich nicht auseinander setzen. Das ist mir zu blöd und zu Zeit raubend.
Mir geht es darum, Nostradamus zu verstehen. War er ein Lügner? Ein guter Geschäftsmann? Ein guter Psychologe? Wollte er die Zukunft vorher sagen, oder wollte er den späteren Generationen nur erklären, dass die Welt im 7. Jahrtausend nicht untergehen wird?
Im Gegensatz zu den Behauptungen seiner Kritiker , hat er mitnichten das Ende der Welt vorher gesagt. Im Gegenteil hat er sogar behauptet, die Welt würde beständiger werden.


Die Interpreten
 
Einige Interpreten finden Sie unter diesem Link
 
Vor dem Jahr 1999 sahen viele Menschen ängstlich in die Schriften des Nostradamus. Findet sich doch ein Vers, der dieses Datum nennt.
 
Nr. 72 aus der X. Centurie
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Du ciel viendra un grand Roy d'effrayeur
Resusciter le grand Roy d'Angoulmois,
Avant apres Mars regner par bon heur.
 
Auf http://www.relinfo.ch/nostradamus/infotxt.html findet man verschiedene "Übersetzungen", bzw. Interpretationen dieses Verses. Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen.
 
Viele ließen sich hinreißen, diesen Vers als Prophezeiung eines großen Krieges zu sehen. Noch dazu wo es just in diesem Jahr eine Sonnenfinsternis gab. Dementsprechend schlimm war die daraus resultierende Hysterie.
Danach kam die große Ernüchterung. Es war ein Jahr wie jedes andere. Nur eben mit einer Sonnenfinsternis. Plötzlich wurde aus dem gefeierten Propheten ein lächerlicher Scharlatan. Die ebenso bisher verehrten Interpreten taten entweder unbeeindruckt weiter, oder sie wendeten sich direkt gegen den großen Seher. Letzteres wurde mit der Zeit wieder etwas abgeschwächt, weil die Entrüstung des Publikums langsam abebbte. Man vergaß und hoffte darauf, falsch verstanden zu haben.
 
Bei Nostradamus ist nicht klar was er mit diesem Vers sagen wollte. Die Jahreszahl alleine sagt nicht viel aus. Wer weiß, welches Jahr er damit wirklich meinte!
 
Schreckensherrscher und Kriege gibt es auch ständig neue. Kein Tag vergeht ohne Krieg.
 
Typische Merkmale seiner Prophezeiungen sind das fast vollständige Fehlen von konkreten Zeitangaben und Namen und eine sehr dunkle Sprache, im Manuskript wahrscheinlich ohne Interpunktion, die die Prophezeiungen bis in unsere Zeit rätselhaft hält und auch dann noch immer neue Deutungen zulässt. Viele der Verse enthalten Verweise auf astrologische Konstellationen. Auch wurde festgestellt, dass viele seiner Prophezeiungen Paraphrasen historischer Texte sind, die z. B. aus De honesta disciplina des Petrus Crinitus, dem Liber prodigiorum des Iulius Obsequens, oder dem Mirabilis Liber von 1523, einem Bibelkommentar, stammen.
Etwas klarer spricht er im Vorwort an seinen Sohn César zu seinen Prophezeiungen und erklärt, diese reichten „von heute bis ins Jahr 3797“, ohne aber auf ihren Inhalt einzugehen. Es ist eine ungewöhnliche Jahresangabe. Wenn man davon jedoch das Jahr der Veröffentlichung 1555 abzieht kommt man auf einen Geltungszeitraum von 2242 Jahren. Fünf Jahre zuvor hatte seine größte astrologische Quelle Richard Roussat das Jahr 2242 als möglichen Termin für das Ende der Welt veröffentlicht. Bis zu seinem Tod veröffentlichte er sieben Centurien – von drei weiteren wird ohne Beleg angegeben, sie seien bereits zu seinen Lebzeiten 1558 erschienen. Des Weiteren sollen sich in seinem Nachlass weitere Texte befunden haben, die zum Teil in Prosa verfasst waren, zum Teil als Sechszeiler. Die Prosatexte sind (wenn nicht die Almanache selbst) verloren gegangen, die Sechszeiler werden als 11. und 12. Centurie gehandelt, obwohl sie bei weitem nicht aus 200 Strophen bestehen. Eine auch für Nostradamus unerfreuliche Tatsache war es jedoch, dass bereits kurz nach dem Erscheinen seiner Prophezeiungen nicht nur Schmähschriften gegen ihn, sondern auch Fälschungen kursierten, mit denen von seinem Erfolg profitiert werden sollte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nostradamus#Die_Prophezeiungen
 
Als Nostradamus lebte, stritt sich die gelehrte Welt gerade heftig in einer wichtigen Sache. Man glaubte errechnen zu können, wie lange die Welt noch existieren wird. Was jetzt nichts mit Prophezeiungen zu tun hat. Denn diese Berechnungen stellte der Verstand an. Mit aller Macht hatte die Kirche über Jahrhunderte hinweg die Menschen einer Gehirnwäsche unterzogen. Selbstständig denken war verboten und daher sehr gefährlich. Alles was man wissen musste, stand - so wurde behauptet - in der Bibel. Man hielt sie für ein Geschichtsbuch. Was natürlich nicht den Tatsachen entspricht. Auch heute noch gibt es genug Menschen welche das "Buch der Bücher" wörtlich nehmen und alles was darin steht, für göttliches Wissen halten.
 
Man errechnete also den Geburtstermin der Welt. Wann Adam erschaffen wurde, Moses aus Ägypten auszog, Jesus geboren wurde, usw. Wer aber rechnete richtig? Das war DIE Frage schlechthin, denn wer sie beantworten konnte, wusste auch wann die Erde untergehen würde.
 
Da Richard Roussat das Jahr 2242 als möglichen Termin für das Ende der Welt veröffentlichte, kann man davon ausgehen, dass die von Nostradamus angegebenen Zahlen nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen sind. Es gibt wahrscheinlich keine Beziehung zwischen einer Vision und den Zahlen. Als guter Christ, als den er sich darstellen musste, noch dazu wo er der Kirche voraussagt, sie würde in arge Bedrängnis geraten, ist klar, dass er sich an die Bibel halten musste. Ob er daran aber auch glaubte, steht auf einem anderen Blatt.
 
Hier gibt es allerdings bei Nostradamus etwas, was nicht ins übliche Klischee passt. Denn er schreibt, seine Voraussage würde sich bis ins 8. Jahrtausend erstrecken ... und auch danach noch würde die Welt weiter existieren.
Aber darum soll es in diesem Aufsatz eigentlich nicht gehen.
 
Ob Nostradamus richtige Voraussagen machte, kann niemand sagen, weil seine Texte unverständlich sind. Zumindest bisher gelang es niemandem, sie zu "interpretieren". Alles was da so an Interpretationen kursiert, sind nichts weiter als Mutmaßungen.
Propheten - oder wie Nostradamus sich selbst bezeichnete - Seher, irren umso eher, als sie besonders religiös sind.
 
Man stelle sich die Sache so vor:
Alle Wahrnehmung ist Information. Wir können über die uns derzeit bekannten Sinne wahrnehmen, aber auch auf eine andere Weise (deren Existenz die Skeptiker derzeit noch leugnen). Was wir über die Sinne wahrnehmen, wird zensuriert. Niemand verfügt über die Fähigkeit, alles auch bewusst wahrzunehmen, was er unbewusst wahrnimmt. Wir würden verrückt werden und könnten nicht mehr handeln. Deshalb sind sogenannte "Inselbegabungen", meist nicht lebensfähig. Menschen die sozusagen unzensuriert, ganz bewusst große Mengen an Informationen aufnehmen und diese auch bewusst speichern und abrufen, sind fast immer in anderer Weise eingeschränkt. Wahrscheinlich verfügen wir alle über diese Fähigkeiten - aber normalerweise wird uns nur ein Bruchteil dessen, was wir an Informationen aufnehmen, auch bewusst. In gewisser Weise ist es ein Nachteil, aber objektiv betrachtet ist es ein Schutz.
 
Dazu kommen auch noch unbewusste Informationen, die wir mittels Hellsehen, oder Telepathie aufnehmen. Während einer Trance, oder im Traum, haben wir Zugang zu diesen Informationen. Wäre das nicht so, würden wir in einem geistigen Chaos versinken.
 
Aber das Bewusstsein mischt sich ein und färbt das innere Wissen. Das alles hat nichts mit heilig, gut und böse, oder Dämonen zu tun. Es ist natürlich und es dient uns dazu, uns in dieser Welt zurecht zu finden.
 
Das Unterbewusstsein - also das Reservoir dieses Wissens - wird oft als Gewässer dargestellt. Durch dieses sind wir geistig miteinander verbunden, wird unterstellt. Das ist auch tatsächlich ein guter Vergleich. Ist die Oberfläche ruhig und scheint darauf die Sonne, wird es zu einem Spiegel. Man sieht die Umgebung und sich selbst. Doch weniger Sonne lässt tiefer blicken. Aber ist es unruhig, dann sieht man gar nichts.
 
Viele Menschen verfallen dem Irrtum, paranormale Wahrnehmungen wären nur gut und richtig, wenn der Wahrnehmende ein besonders frommer Mensch ist. Genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Wünsche und Hoffnungen, Ängste und Begierden spiegeln sich an der Oberfläche. Je stärker sie sind, desto stärker das Licht und desto mehr sieht man nur was man sehen möchte. Religiöse Menschen nehmen deshalb die Welt nicht objektiv wahr. Sie sehen das Leben und die Welt, so wie die religiösen Traditionen es ihnen vorgaukeln. Das sind Menschen, die zu einer besonderen Kraftanstrengung fähig sind. Sie haben die Kraft ihr ganzes Leben mit "wünschen" zu verbringen. Ständiges Beten, Meditieren, Fasten, sexuelle Enthaltsamkeit, führt unweigerlich zu Visionen, oder auch zu Träumen, die scheinbar göttlicher Natur sind. Aus diesem Grund kommen christliche Mystiker meist zu demselben Ergebnis. Am Ende werden alle Menschen Christen sein. Und was sonst noch alles dazu gehört.
 
Selbstverständlich gibt es daneben auch noch Geisteskranke, die ihre Krankheitssymptome mit göttlichen Eingebungen verwechseln. Betrüger gibt es natürlich auch. Aber das ist wieder eine andere Sache.
 
Wer ein ganz normales Durchschnittsleben führt, wird selten, oder gar nicht Visionen von der Zukunft haben. Aber wenn ... dann sind sie wahrscheinlich echter und wahrer als die der angeblichen Heiligen. Weil sie keine bestimmte Zukunft erzwingen möchten.
 
Die Logik sagt uns: Wenn etwas da ist, was man wahrnehmen kann, müssen theoretisch alle die es wahrnehmen, auch dasselbe sehen. Deshalb glaubt man einer Voraussage umso eher, je mehr Personen behaupten, dasselbe gesehen zu haben. Prinzipiell stimmt das. Trotzdem ist es nicht unbedingt richtig. Aus den oben genannten Gründen. Wenn viele Menschen glauben die Welt würde bald untergehen, werden auch viele Seher diesen Untergang "sehen". Obwohl er nicht passieren wird. Einfach nur, weil sogenannte Mystiker ihre eigenen Wünsche "sehen", von denen man ihnen zuvor eingeredet hat, sie wären gute, bzw. richtige Wünsche. Das geht dann eben auch so weit, dass sogar Menschen die über keine hellseherischen Fähigkeiten verfügen, das Ende der Welt ausrechnen. Weil angeblich in einem angeblich heiligen Buch steht, das wäre möglich.
 
Sollte Nostradamus in dieser Hinsicht geirrt haben - was nicht sein muss - so bedeutet das aber nicht notwendiger Weise, dass er sich in jeder Hinsicht geirrt haben muss. Aber das lässt sich erst überprüfen wenn man weiß was er wirklich gemeint hat.


Wer sich bisher noch nie mit Nostradamus beschäftigt hat sollte wissen, dass es verschiedene Textausgaben gibt. Meistens sind es nur kleine Abweichungen, aber die können schon einzelne Verse in ihrem Sinn verändern. Deshalb sollte man sehr genau darauf achten, die richtige Ausgabe zu finden.
 
Ich habe nur die erste Ausgabe aus dem Jahr 1555, die in der österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird. Als ich jetzt diese Texte durch sah fiel mir auf, dass offenbar die Nummerierung nicht stimmt. Da gibt es 2x die Nummer 12. Dafür fehlt die Nummer 17!!! Ausgerechnet die 17, die sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht.
 Dabei habe ich vor langer Zeit schon mit der Übersetzung begonnen und da ist es mir nicht aufgefallen.
 
Das Buch war offenbar in Privatbesitz, denn es gibt schriftliche Anmerkungen. Diese stammen nicht von mir!!!
 Der frühere Besitzer hat sich offenbar auch über die falsche Nummerierung gewundert und die Zahl 13 ganz oben rechts dazu geschrieben. Die anderen mit Hand geschriebenen Zahlen stammen von mir.
 
Offensichtlich habe ich bei meinen Übersetzungen auf die Nummern der Vierzeiler nicht geachtet, denn ich habe sie "richtig" nummeriert.
 
 Ich habe mir das Buch von Nolan und von "von Rohr" angesehen, die beide den original Text gebracht haben. Nolan noch dazu ein Faksimile. In beiden Büchern fehlt der Hinweis auf die doppelte Zahl 12 und das Fehlen der Zahl 17.
 
Ob es Absicht war, dass die Reihenfolge nicht eingehalten wurde, oder ob der Buchdrucker geschlampt hat, weiß ich natürlich nicht.
 
Zumindest wurde der Fehler in der Ausgabe von 1668 entfernt, denn da scheint alles ordentlich der Reihe nach zu gehen.
 Ich halte mich bei meinen Übersetzungen an die Originalausgabe von 1555. Alle anderen Vierzeiler berücksichtige ich noch nicht.
 
Folgende Links führen zu Originaltexten, die nicht komplett mit meiner Ausgabe überein stimmen. Einer hat eine englische Übersetzung.
 
http://ekladata.com/vA5-vGoU2xCUWwf-TtBHTo6YM7E/Michel-Nostradamus-Les-centuries.pdf
 
http://www.bytesend-inc.com/nostradamus
 
  Manfred Böckl


Ein Roman über Nostradamus
 
Der Autor scheint ein Mensch mit sehr viel Fantasie zu sein. Er schrieb vor allem Romane, aber auch Bücher über "Propheten". Da darf Nostradamus natürlich nicht fehlen. Über ihn gibt es sogar einen Eintrag auf Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_B%C3%B6ckl
Er hat allerdings einen Roman über Nostradamus geschrieben. Da er sich mit Geschichte beschäftigt, könnte das Buch interessante Einsichten in das Leben des Nostradamus bieten. Ich habe es allerdings nicht gelesen und kann es von daher auch nicht beurteilen.
https://www.amazon.de/Nostradamus-Prophet-Manfred-B%C3%B6ckl/dp/3612276662
 
Bernd Harder


Auch die Skeptiker haben sich mit Nostradamus beschäftigt. Im Prinzip unterscheidet sich deren Auseinandersetzung mit Nostradamus nur unwesentlich von der anderer Autoren. Nur dass sie eben nicht glauben, dass Nostradamus die Zukunft vorher gesagt haben soll. Sie verfügen über genauso wenig Wissen, oder Beweise für ihre Behauptung, wie die Fans von Nostradamus.
https://www.amazon.de/Nostradamus-Ein-Mythos-wird-entschl%C3%BCsselt/dp/3932710231
Über Bernd Harder gibt es auch einen Wikipedia Eintrag https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Harder
 
Was Europäer in Europa verorten, sehen andere Völker anders
Was Westeuropäer und Mitteleuropäer in ihrer Wohngegend verorten, glauben Russen in Russland zu finden. https://ik-ptz.ru/de/history/prorochestva-mishelya-nostradamusa-nachinayut-sbyvatsya-s-neba-pridet-velikii-korol.html
Der Autor, oder die Autorin - ich habe keinen Namen gefunden - vergleicht einige Werke, die sich mit Nostradamus beschäftigen. Es ist ein sehr interessanter Artikel, unabhängig davon, ob die Behauptungen real sind, oder nicht. Man macht sich Gedanken über die Orte, die Nostradamus nannte. Viele werden als russische Städte "erkannt" und man versucht auch das Jahr 1999, welches ja auch viele Europäer in Angst und Schrecken versetzte, zu analysieren. "Auch der König von Angoulême (oder Angolmois) wird unterschiedlich wahrgenommen. Es gab eine Version, dass dies ein Hinweis auf die Mongolei ist und der auferstandene König der Mongolen als zweiter Dschingis Khan kommen sollte. Aber die Astrologin Tamara Globa wies in der Zeitung „Trud“ darauf hin, dass Angol-Mua ein Engelsmonat ist (der Zeitraum von Ostern bis Himmelfahrt), und in der Antike wurde Christus der König von Angol-Mua genannt."
Ganz interessant was man so alles erfährt. Ob es stimmt entzieht sich meiner Kenntnis, aber warum nicht? "Der Kandidat der Philologischen Wissenschaften A. Sapelkin widmete seine Dissertation dem Werk von Nostradamus. In seinem Interview mit Novye Izvestia, das am 11. Januar in SM Number One abgedruckt wurde, behauptet Sapelkin, dass zur Zeit des Propheten das Jahr von Ostern an gezählt wurde und daher der siebte Monat sowohl November als auch September sein kann. Und tatsächlich wurde nach Aussage eines bekannten Spezialisten für Kalendergeschichte, I. A. Klimishin, in verschiedenen Regionen und Städten Frankreichs der Jahresanfang auch nach dem Verkündigungsstil gezählt (ab dem 25. März). nach Ostern (ab Ostersamstag) oder nach Weihnachten (ab 25. Dezember) . Seit 1563 wird in Frankreich jedoch der Jahresbeginn am 1. Januar gefeiert (Nostradamus starb 1566). Die letzten Jahrhunderte wurden jedoch 1558 veröffentlicht, und die Frage, welchen Monat Nostradamus den siebten nennt, bleibt offen."
Informationen zum Thema

Vorrede an Caesar


an den er sich angeblich in seiner ersten Vorrede wendete, bezeichnet Nostradamus als seinen Sohn, wobei er gleichzeitig schreibt, dieser wäre in einer völlig anderen Gegend geboren worden. Ihm widmet er das erste Buch. Ich bezweifle, dass er seinen Sohn meinte. Mir kommt es eher so vor, als habe er seinen früheren Freund und späteren feind, Caesar Saliger damit gemeint. Auch wenn er schreibt, "deine späte Ankunft", "dein schwacher Verstand", "in einer anderen Gegend", kommt mir das logischer vor. Sein Sohn wurde ja auch nicht in einer anderen Gegend geboren. Ihm hätte er auch auf einfachere Verse etwas hinterlassen können.
Im Mittelalter war es üblich, jemandem eine Schrift zu widmen. Wer darüber mehr wissen möchte, findet Informationen in diesem Buch.
 
Meistens wurden Widmungen verwendet. um einen Gönner zu würdigen, was in diesem einen Fall wohl nicht so ist. Eine Widmung ist eigentlich keine Vorrede, sondern es besteht im allgemeinen eine Beziehung zwischen dem Werk und demjenigen, dem die Widmung gilt. Heute ist eine Widmung mehr oder weniger eine Danksagung an Menschen, die einen Beitrag zum Werk leisteten. Auch das trifft in diesem Fall nicht zu.
  https://shop.falter.at/detail/9783777219035/literarische-widmungen-im-mittelalter-und-in-der-renaissance

Scaliger und Nostradamus


Ich gehe davon aus, dass er in seiner Vorrede zum ersten Buch nicht seinen Sohn Caesar meinte, sondern Julius Caesar Scaliger. Die beiden Männer waren anfangs Freunde, trennten sich aber in Feindschaft.
Wer war Scaliger? Man geht davon aus, dass er ein Hochstapler war und eigentlich Bordone hieß. https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Caesar_Scaliger Trotzdem machte er Karriere und wurde berühmt. Er starb 1558, also kurz nachdem Nostradamus seine Verse veröffentlicht hatte. Zuvor hatte er schon in seinen Almanachen Verse geschrieben. Es wäre möglich, dass er sich durch seinen älteren Freund (und wohl auch Lehrer) dazu hat inspirieren lassen.  Denn Scaliger schrieb Verse, die er ab 1555 seinem Sohn diktierte, was an sich schon ein großer Zufall ist. Allerdings in Latein und er war - im Gegensatz zu Nostradamus - ein richtiger und angesehener Dichter. Sein Sohn hatte übrigens das Sprachentalent seines Vaters offenbar geerbt. Er war dem Vater in mancherlei Hinsicht ähnlich. Joseph Justus Scaliger trat 1562 zum Protestantismus über. Er wurde Hugenotte. https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten) Damals lebte Nostradamus noch - er starb 1566 - und wird vielleicht auch davon erfahren haben. Scaligers Vater war bereits 1558 verstorben. Dieser erfuhr also nicht mehr, dass sein Sohn konvertiert war. Somit konnte es diesbezüglich auch keinen familiären Konflikt geben.
Caesar Scaliger starb angeblich als aufrechter Katholik. Nun stellt sich aber doch die Frage, ob er wirklich Katholik war, oder nur so tat, als ob. Sein Sohn hielt große Stücke auf ihn. Offenbar war das Verhältnis der Beiden nicht schlecht. Zur damaligen Zeit war es gefährlich, kein Katholik zu sein, was viele Menschen wohl davon abgehalten haben mag, offen zuzugeben, nicht katholisch zu denken. Was der Sohn in seinem späteren Leben zu spüren bekam. Sollte er sich wirklich total vom Glauben seines Vaters abgewendet haben? Oder hatte es schon Tendenzen innerhalb der Familie gegeben?  War Caesar Scaliger wirklich der gläubige Katholik für den er sich ausgab?
Scaliger schien sich an den jüdischen Tendenzen des Nostradamus zu stören, geht aus seinen Texten hervor. Allerdings auch am Anspruch des früheren Freundes und nunmehrigen Feindes, ein Prophet zu sein. Nostradamus schreibt in seiner Vorrede jedoch, sich den Titel eines Propheten nicht anmaßen zu wollen. Er bezeichnete sich als "Seher".
Auf dieser Webseite findet man Texte gegen Nostradamus.
 
https://www.frommann-holzboog.de/editionen/1210/121000210?lang=de

Nichtswisser
"Doch seine Vorhersagen bringen ihm nicht nur Popularität, sondern auch Feinde: Als sich die Prophezeiung erfüllt, dass König Heinrich II. bei einem Turnier den Tod finden wird, wird Nostradamus vom aufgewühlten Volk des Mordes bezichtigt – doch ohne weitere Konsequenzen. Zu groß ist die Ehrfurcht vor dem Mann, der in die Zukunft blicken kann und dabei so oft richtig liegt.", schreibt Claudia Frickel auf https://www.gmx.at/magazine/wissen/mystery/wahrsager-wahnsinniger-nostradamus-31633992
In Wahrheit haben seine Zeitgenossen diesen Vers total ignoriert. Erst später wurde er als Prophezeiung vom Tod Heinrichs II interpretiert.
Ebenso unwahr ist, was sie über die Kindheit von Nostradamus zu wissen meint. Aber wenigstens bleibt sie auf dem Teppich und interpretiert nicht selbst. Trotzdem: solche Artikel tragen zur Legendenbildung bei.
 
  Nostradamus Tarot
 
Es gibt ein "Nostradamus Tarot. Oder besser, es wird eines geben, denn lt. Falter Webseite, erscheint es am 1.12.2022.
"1994 entdeckte ein Forscher in der Italienischen Nationalbibliothek ein bislang verschollenes Manuskript mit 80 mysteriösen Zeichnungen, welches dem Seher Michael de Nostredame – besser bekannt als Nostradamus (1503 – 1566) – zugeordnet wurde. Das Manuskript wurde von Nostradamus an seinen Sohn weitergegeben und verschwand, nachdem dieser es dem damaligen Papst Urban VIII. gezeigt hatte. Schon ein kurzer Blick auf die Zeichnungen genügt, um zu sehen, dass diese mit der Symbolik des Tarots arbeiten. Offenbar arbeitete der größte Hellseher der Welt an seinem eigenen Tarot, konnte die Arbeit jedoch nicht gänzlich vollenden. " https://shop.falter.at/detail/9783866630680/das-nostradamus-tarot
Nostradamus würde sich in seinem Grab umdrehen, wüsste er, was ihm alles unterstellt wird. Mit Tarot hatte er ganz sicher nichts zu tun. Aber versuchen kann man es ja. ;)

Warum sogenannte Schlüssel nicht funktionieren können?
Das ist einfach erklärt.
Die meisten angeblichen "Schlüssel" basieren auf Buchstaben. Nostradamus war kein Idiot. Als er sein Buch verfasste, hatte er bereits Erfahrungen mit Druckern gemacht. In Form von Almanachen, die er drucken hat lassen. Der Buchdruck steckte noch in den Kinderschuhen. Lesen und Schreiben war den Intellektuellen vorbehalten. Die "normalen Durchschnittsmenschen" beherrschten diese Kunst noch nicht. Auch die Rechtschreibung wurde noch nicht so ernst genommen, wie das heute der Fall ist. Nostradamus wusste also, dass die Drucker Fehler machen würden. Das war gang und gebe. Daher ist es auch absurd anzunehmen, er habe irgendwelche komplizierten Berechnungen angestellt, um einen komplizierten Schlüssel aufgrund der verschiedenen Buchstabenstellungen anzufertigen. Noch dazu auf Basis von Zahlenwerten.
Zahlenbuchstaben gab es schon lange vor ihm. Nur leider gibt es viele verschiedene Systeme. Man könnte daher - selbst im Falle einer solchen Kombination - nicht heraus finden, welches System er verwendet haben könnte.
Schon die alten Babylonier hatten Zahlensysteme, mit deren Hilfe sie Namen ausdrücken konnten. Um sie zu entschlüsseln braucht man aber das "Chiffriersystem, auf dem es basiert. Es gibt Tafeln auf denen Namen in Ziffern geschrieben sind. Niemand konnte sie entschlüsseln.
Die mittelalterlichen Kabbalisten kannten viele verschiedene Systeme, mit verschiedenen Zahlenwerten. Warum hätte Nostradamus ein System wählen sollen, wo es doch so viele gab? Das widerspricht voll und ganz dem was er selbst schreibt: "Es ist ganz einfach und trotzdem für den Verstand schwer zu begreifen."
 
  Schon zu seinen Lebzeiten glaubten viele Menschen an seine Psi-Fähigkeiten. Spätestens als er seine Almanache heraus brachte, wurde er populär. Seit 1550 brachte er jährlich so einen Almanach heraus. Darin war unter vielen Tipps bezüglich der Körperpflege, Gesundheit, etc. auch eine Voraussage enthalten. Diese Almanache verkauften sich sehr gut. Auf https://catalogue.swanngalleries.com/Lots/auction-lot/NOSTRADAMUS-MICHEL-DE--1556--Almanach-pour-lAn-1557?saleno=2111&lotNo=5&refNo=586465 (8.9.2022) findet man ein Foto von einem solchen Almanach aus dem Jahr 1556. Damit begründete er seinen Ruf als "Prophet" und seine Quatrains in Form eines Buches gesammelt, machten ihn schließlich international berühmt. Seither wird er in den Himmel gelobt.


Heute liest sich das so: "Nostradamus war einer der größten Wahrsager der Menschheit. Viele seiner verschlüsselt Prophezeiungen trafen ein. Er lebte in der Zeit der Inquisition und musste durch seine Voraussagen der Kirche rechnen. Nachdem er öfters flüchten musste und seine Familie an die Pest verlor, widmete er sich der Hellseherei. In seinen Zenturien sagte er verschlüsselt viele Begebenheiten in unserer Geschichte voraus. Natürlich gibt es viele Auslegung, doch Nostradamus bleibt in unserer Welt eine einzigartige Persönlichkeit. Ob man ihm zum Scharlatan degradiert oder zum Mythos hochstilisiert sei egal, die Menschen hat er jedenfalls mit seinen Prophezeiungen immer bewegt. Otto M. Schwarz, seit 2001 Filmkomponist (Polizeiruf 110, Insel zum Träumen, Herzensfeinde), schrieb ein filmmusikalisch verarbeitetes Werk über diesen wohl berühmtesten Wahrsager der letzten 1000 Jahre." https://www.ottomschwarz.com/windmusic/alle-kompositionen/nostradamus-2-3/
Es ist belegt, dass schon seine Zeitgenossen große Stücke auf ihn hielten, während andere ihn vehement ablehnten. So schreibt
Graf Carl v. Klinckowstroem, München.

Michel Nostradamus, der provenzalische Seher, wird heute noch
ebenso, wie zu seiner Zeit, von den verschiedenen Parteien entgegengesetzt
bewertet. Die einen sehen ihn ihm einen gottbegnadeten Seher, die anderen
halten ihn für einen Scharlatan  http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zs_krit_okkult1927/0097/ocr?sid=ee41ce8d2067c480ffda33befbf97f3a
Es spielt keine Rolle, ob es Gegenstimmen gibt, oder nicht. Wenn genügend "Gläubige" immer wieder wiederholen, jemand sei "Gottbegnadet", werden es viele glauben und weiter verbreiten. Das gilt übrigens auch für die Gegenseite. Es ist in beiden Fällen reine Propaganda und Propaganda funktioniert wie Hypnose. Unsere moderne Werbung funktioniert genauso. Der Verstand wird sozusagen abgeschaltet und der Mensch welcher den ständigen Suggestionen ausgesetzt ist, verliert seine Kritikfähigkeit. Man könnte auch von Gehirnwäsche sprechen, wie man sie schon seit ewigen Zeiten aus der Religion kennt. Nur wenige Menschen schaffen es, kritisch zu urteilen, statt zu verehren, oder zu verdammen.
Im Fall des Nostradamus kommt noch hinzu, dass seine Werke sehr bald gefälscht wurden. Was zu einer noch größeren Bekanntheit führte und damit einher gehend auch noch mehr Propaganda. Schließlich mussten die Fälscher ihre Produkte auch anpreisen, um sie verkaufen zu können.

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