Fragen über Fragen
Nostradamus - Forschungen
Nostradamus braucht die Hilfe von Menschen, die keine Scharlatane
sind. Denn leider beschäftigen sich viele Scharlatane mit seinem Werk
und zocken die Leute ab, indem sie Angst und Schrecken
verbreiten. Nostradamus will ja verstanden werden. Behauptet er
jedenfalls in seinem Vorwort. Aber er weiß auch, dass nicht jede/r dazu
in der Lage ist. Zumindest bisher hat sich noch niemand
gefunden, der/die Licht ins Dunkel hätte bringen können.
Es gab immer Kriege und Katastrophen und es wird immer welche geben.
Davor sollte man sich nicht fürchten. Kriegerisches Verhalten liegt uns
leider in den Genen. Wer anderes glaubt, ist
naiv.
Nostradamus wollte nicht Angst machen, sondern etwas beweisen und
erklären. Was? Das weiß bisher niemand außer ihm selbst. Helfen wir ihm
also, indem wir heraus finden, was er wirklich zu sagen
hatte - oder auch nicht. War er ein Betrüger, ein Blender, ein
Spinner, oder ein guter Psychologe? Oder hatte er wirklich etwas
Wichtiges zu sagen? Es wäre an der Zeit, tabula rasa zu
machen. Unzählige Menschen leiden Dank seiner Verse an Ängsten und
Depressionen, weil Scharlatane und Betrüger aus seinem Werk ein
lukratives Geschäft machen. Sollte dieser Unfug nicht
endlich ein Ende haben? Um ihn zu beenden, muss man die
(angeblichen) Prophezeiungen endlich richtig übersetzen. Also machen
wir uns an die Arbeit.
Jemand den ich kannte erfuhr von meinen vorausschauenden Träumen.
Das hielt er für Betrug, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass man
die Zukunft sehen kann. Er dachte wohl, jemand würde mir
von geplanten, zukünftigen Ereignissen erzählen, oder vielleicht
meine Träume erfüllen. Was genau er dachte, weiß ich nicht. Wir haben
nie offen darüber gesprochen, denn dazu war er zu feig. Als
ich im Verlauf eines Telefongesprächs, welches ich mit ihm führte,
auch über Nostradamus sprach, dachte er ich würde damit einen heimlichen
Helfer meinen. Von da an wollte er unbedingt
Nostradamus kennen lernen. Nun ja, das war nicht möglich, weil
Nostradamus schon seit Jahrhunderten verstorben war.
Später, als ich im Internet meine Traumstudie allgemein zugänglich
machte, andererseits aber auch ein klein wenig über Nostradamus schrieb,
weil ich für eine Webseite noch zu wenige bedeutende
Träume hatte, wurde wieder von jemandem eine Verbindung zwischen
meinen Träumen und Nostradamus angenommen. Manche Nostradamus-Verehrer
dachten, ich hätte seine Werke entschlüsselt und würde sie
als meine eigenen Voraussagen ausgeben.
Um also allen Irrtümern vorzubeugen, möchte ich jetzt einmal
deutlich betonen: Eines hat mit dem anderen nichts zu tun. Niemand
erfüllt meine Träume, oder sagt mir ein und Nostradamus habe ich
bisher nicht entschlüsselt. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob es da
überhaupt etwas gibt, was man entschlüsseln könnte. Was mich nicht davon
abhält es auch weiterhin zu versuchen. Vielleicht
steht ja doch etwas für mich drinnen? Wer weiß, wer weiß?
Der Bannspruch
Wenn er wirklich wirkt, rennen sehr viele Verfluchte herum, wenn man bedenkt, wie viele angebliche "Schlüssel" es gibt. :)
Benuci ist übrigens einer von denen, die ihn angeblich gefunden haben, den SCHLÜSSEL.
Benuci übersetzt ihn so:
„Die diese Verse lesen, mögen sie reiflich prüfen, Das gemeine und
unwissende Volk soll sich nicht damit befassen. Und alle Astrologen,
Tölpel, Barbaren sollen fern bleiben. Der anders handelt,
sei nach dem heiligen Ritus verflucht!“
Wer aller angeblich den Schlüssel gefunden hat
Der Schlüssel
des Nostradamus ist vermutlich eine Illusion. Zumindest in der Form,
in der gesehen wird. Man sucht unter den vielen Buchstaben wohl umsonst
eine passende Antwort. Mit den angeblichen Schlüsseln
werde ich mich nicht auseinander setzen. Das ist mir zu blöd und zu
Zeit raubend.
Mir geht es darum, Nostradamus zu verstehen. War er ein Lügner? Ein
guter Geschäftsmann? Ein guter Psychologe? Wollte er die Zukunft vorher
sagen, oder wollte er den späteren Generationen nur
erklären, dass die Welt im 7. Jahrtausend nicht untergehen wird?
Im Gegensatz zu den Behauptungen seiner Kritiker , hat er mitnichten
das Ende der Welt vorher gesagt. Im Gegenteil hat er sogar behauptet,
die Welt würde beständiger werden.
Die Interpreten
Einige Interpreten finden Sie unter diesem Link
Vor dem Jahr 1999 sahen viele Menschen ängstlich in die Schriften
des Nostradamus. Findet sich doch ein Vers, der dieses Datum nennt.
Nr. 72 aus der X. Centurie
L'an mil neuf cens nonante neuf sept mois
Du ciel viendra un grand Roy d'effrayeur
Resusciter le grand Roy d'Angoulmois,
Avant apres Mars regner par bon heur.
Auf http://www.relinfo.ch/nostradamus/infotxt.html findet man
verschiedene "Übersetzungen", bzw. Interpretationen dieses Verses.
Darauf möchte ich jetzt nicht näher eingehen.
Viele ließen sich hinreißen, diesen Vers als Prophezeiung eines
großen Krieges zu sehen. Noch dazu wo es just in diesem Jahr eine
Sonnenfinsternis gab. Dementsprechend schlimm war die daraus
resultierende Hysterie.
Danach kam die große Ernüchterung. Es war ein Jahr wie jedes andere.
Nur eben mit einer Sonnenfinsternis. Plötzlich wurde aus dem gefeierten
Propheten ein lächerlicher Scharlatan. Die ebenso
bisher verehrten Interpreten taten entweder unbeeindruckt weiter,
oder sie wendeten sich direkt gegen den großen Seher. Letzteres wurde
mit der Zeit wieder etwas abgeschwächt, weil die Entrüstung
des Publikums langsam abebbte. Man vergaß und hoffte darauf, falsch
verstanden zu haben.
Bei Nostradamus ist nicht klar was er mit diesem Vers sagen wollte.
Die Jahreszahl alleine sagt nicht viel aus. Wer weiß, welches Jahr er
damit wirklich meinte!
Schreckensherrscher und Kriege gibt es auch ständig neue. Kein Tag vergeht ohne Krieg.
Typische Merkmale seiner Prophezeiungen sind das fast vollständige
Fehlen von konkreten Zeitangaben und Namen und eine sehr dunkle Sprache,
im Manuskript wahrscheinlich ohne Interpunktion, die
die Prophezeiungen bis in unsere Zeit rätselhaft hält und auch dann
noch immer neue Deutungen zulässt. Viele der Verse enthalten Verweise
auf astrologische Konstellationen. Auch wurde
festgestellt, dass viele seiner Prophezeiungen Paraphrasen
historischer Texte sind, die z. B. aus De honesta disciplina des Petrus
Crinitus, dem Liber prodigiorum des Iulius Obsequens, oder dem
Mirabilis Liber von 1523, einem Bibelkommentar, stammen.
Etwas klarer spricht er im Vorwort an seinen Sohn César zu seinen
Prophezeiungen und erklärt, diese reichten „von heute bis ins Jahr
3797“, ohne aber auf ihren Inhalt einzugehen. Es ist eine
ungewöhnliche Jahresangabe. Wenn man davon jedoch das Jahr der
Veröffentlichung 1555 abzieht kommt man auf einen Geltungszeitraum von
2242 Jahren. Fünf Jahre zuvor hatte seine größte
astrologische Quelle Richard Roussat das Jahr 2242 als möglichen
Termin für das Ende der Welt veröffentlicht. Bis zu seinem Tod
veröffentlichte er sieben Centurien – von drei weiteren wird ohne
Beleg angegeben, sie seien bereits zu seinen Lebzeiten 1558
erschienen. Des Weiteren sollen sich in seinem Nachlass weitere Texte
befunden haben, die zum Teil in Prosa verfasst waren, zum Teil
als Sechszeiler. Die Prosatexte sind (wenn nicht die Almanache
selbst) verloren gegangen, die Sechszeiler werden als 11. und 12.
Centurie gehandelt, obwohl sie bei weitem nicht aus 200 Strophen
bestehen. Eine auch für Nostradamus unerfreuliche Tatsache war es
jedoch, dass bereits kurz nach dem Erscheinen seiner Prophezeiungen
nicht nur Schmähschriften gegen ihn, sondern auch Fälschungen
kursierten, mit denen von seinem Erfolg profitiert werden sollte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nostradamus#Die_Prophezeiungen
Als Nostradamus lebte, stritt sich die gelehrte Welt gerade heftig
in einer wichtigen Sache. Man glaubte errechnen zu können, wie lange die
Welt noch existieren wird. Was jetzt nichts mit
Prophezeiungen zu tun hat. Denn diese Berechnungen stellte der
Verstand an. Mit aller Macht hatte die Kirche über Jahrhunderte hinweg
die Menschen einer Gehirnwäsche unterzogen. Selbstständig
denken war verboten und daher sehr gefährlich. Alles was man wissen
musste, stand - so wurde behauptet - in der Bibel. Man hielt sie für ein
Geschichtsbuch. Was natürlich nicht den Tatsachen
entspricht. Auch heute noch gibt es genug Menschen welche das "Buch
der Bücher" wörtlich nehmen und alles was darin steht, für göttliches
Wissen halten.
Man errechnete also den Geburtstermin der Welt. Wann Adam erschaffen
wurde, Moses aus Ägypten auszog, Jesus geboren wurde, usw. Wer aber
rechnete richtig? Das war DIE Frage schlechthin, denn wer
sie beantworten konnte, wusste auch wann die Erde untergehen würde.
Da Richard Roussat das Jahr 2242 als möglichen Termin für das Ende
der Welt veröffentlichte, kann man davon ausgehen, dass die von
Nostradamus angegebenen Zahlen nicht auf seinem eigenen Mist
gewachsen sind. Es gibt wahrscheinlich keine Beziehung zwischen
einer Vision und den Zahlen. Als guter Christ, als den er sich
darstellen musste, noch dazu wo er der Kirche voraussagt, sie würde
in arge Bedrängnis geraten, ist klar, dass er sich an die Bibel
halten musste. Ob er daran aber auch glaubte, steht auf einem anderen
Blatt.
Hier gibt es allerdings bei Nostradamus etwas, was nicht ins übliche
Klischee passt. Denn er schreibt, seine Voraussage würde sich bis ins
8. Jahrtausend erstrecken ... und auch danach noch würde
die Welt weiter existieren.
Aber darum soll es in diesem Aufsatz eigentlich nicht gehen.
Ob Nostradamus richtige Voraussagen machte, kann niemand sagen, weil
seine Texte unverständlich sind. Zumindest bisher gelang es niemandem,
sie zu "interpretieren". Alles was da so an
Interpretationen kursiert, sind nichts weiter als Mutmaßungen.
Propheten - oder wie Nostradamus sich selbst bezeichnete - Seher, irren umso eher, als sie besonders religiös sind.
Man stelle sich die Sache so vor:
Alle Wahrnehmung ist Information. Wir können über die uns derzeit
bekannten Sinne wahrnehmen, aber auch auf eine andere Weise (deren
Existenz die Skeptiker derzeit noch leugnen). Was wir über die
Sinne wahrnehmen, wird zensuriert. Niemand verfügt über die
Fähigkeit, alles auch bewusst wahrzunehmen, was er unbewusst wahrnimmt.
Wir würden verrückt werden und könnten nicht mehr handeln.
Deshalb sind sogenannte "Inselbegabungen", meist nicht lebensfähig.
Menschen die sozusagen unzensuriert, ganz bewusst große Mengen an
Informationen aufnehmen und diese auch bewusst speichern und
abrufen, sind fast immer in anderer Weise eingeschränkt.
Wahrscheinlich verfügen wir alle über diese Fähigkeiten - aber
normalerweise wird uns nur ein Bruchteil dessen, was wir an
Informationen
aufnehmen, auch bewusst. In gewisser Weise ist es ein Nachteil, aber
objektiv betrachtet ist es ein Schutz.
Dazu kommen auch noch unbewusste Informationen, die wir mittels
Hellsehen, oder Telepathie aufnehmen. Während einer Trance, oder im
Traum, haben wir Zugang zu diesen Informationen. Wäre das nicht
so, würden wir in einem geistigen Chaos versinken.
Aber das Bewusstsein mischt sich ein und färbt das innere Wissen.
Das alles hat nichts mit heilig, gut und böse, oder Dämonen zu tun. Es
ist natürlich und es dient uns dazu, uns in dieser Welt
zurecht zu finden.
Das Unterbewusstsein - also das Reservoir dieses Wissens - wird oft
als Gewässer dargestellt. Durch dieses sind wir geistig miteinander
verbunden, wird unterstellt. Das ist auch tatsächlich ein
guter Vergleich. Ist die Oberfläche ruhig und scheint darauf die
Sonne, wird es zu einem Spiegel. Man sieht die Umgebung und sich selbst.
Doch weniger Sonne lässt tiefer blicken. Aber ist es
unruhig, dann sieht man gar nichts.
Viele Menschen verfallen dem Irrtum, paranormale Wahrnehmungen wären
nur gut und richtig, wenn der Wahrnehmende ein besonders frommer Mensch
ist. Genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Wünsche
und Hoffnungen, Ängste und Begierden spiegeln sich an der
Oberfläche. Je stärker sie sind, desto stärker das Licht und desto mehr
sieht man nur was man sehen möchte. Religiöse Menschen nehmen
deshalb die Welt nicht objektiv wahr. Sie sehen das Leben und die
Welt, so wie die religiösen Traditionen es ihnen vorgaukeln. Das sind
Menschen, die zu einer besonderen Kraftanstrengung fähig
sind. Sie haben die Kraft ihr ganzes Leben mit "wünschen" zu
verbringen. Ständiges Beten, Meditieren, Fasten, sexuelle
Enthaltsamkeit, führt unweigerlich zu Visionen, oder auch zu Träumen,
die
scheinbar göttlicher Natur sind. Aus diesem Grund kommen christliche
Mystiker meist zu demselben Ergebnis. Am Ende werden alle Menschen
Christen sein. Und was sonst noch alles dazu gehört.
Selbstverständlich gibt es daneben auch noch Geisteskranke, die ihre
Krankheitssymptome mit göttlichen Eingebungen verwechseln. Betrüger
gibt es natürlich auch. Aber das ist wieder eine andere
Sache.
Wer ein ganz normales Durchschnittsleben führt, wird selten, oder
gar nicht Visionen von der Zukunft haben. Aber wenn ... dann sind sie
wahrscheinlich echter und wahrer als die der angeblichen
Heiligen. Weil sie keine bestimmte Zukunft erzwingen möchten.
Die Logik sagt uns: Wenn etwas da ist, was man wahrnehmen kann,
müssen theoretisch alle die es wahrnehmen, auch dasselbe sehen. Deshalb
glaubt man einer Voraussage umso eher, je mehr Personen
behaupten, dasselbe gesehen zu haben. Prinzipiell stimmt das.
Trotzdem ist es nicht unbedingt richtig. Aus den oben genannten Gründen.
Wenn viele Menschen glauben die Welt würde bald untergehen,
werden auch viele Seher diesen Untergang "sehen". Obwohl er nicht
passieren wird. Einfach nur, weil sogenannte Mystiker ihre eigenen
Wünsche "sehen", von denen man ihnen zuvor eingeredet hat, sie
wären gute, bzw. richtige Wünsche. Das geht dann eben auch so weit,
dass sogar Menschen die über keine hellseherischen Fähigkeiten verfügen,
das Ende der Welt ausrechnen. Weil angeblich in einem
angeblich heiligen Buch steht, das wäre möglich.
Sollte Nostradamus in dieser Hinsicht geirrt haben - was nicht sein
muss - so bedeutet das aber nicht notwendiger Weise, dass er sich in
jeder Hinsicht geirrt haben muss. Aber das lässt sich erst
überprüfen wenn man weiß was er wirklich gemeint hat.
Wer sich bisher noch nie mit Nostradamus beschäftigt hat sollte
wissen, dass es verschiedene Textausgaben gibt. Meistens sind es nur
kleine Abweichungen, aber die können schon einzelne Verse in
ihrem Sinn verändern. Deshalb sollte man sehr genau darauf achten,
die richtige Ausgabe zu finden.
Ich habe nur die erste Ausgabe aus dem Jahr 1555, die in der
österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird. Als ich jetzt diese
Texte durch sah fiel mir auf, dass offenbar die Nummerierung
nicht stimmt. Da gibt es 2x die Nummer 12. Dafür fehlt die Nummer
17!!! Ausgerechnet die 17, die sich wie ein roter Faden durch mein Leben
zieht.
Dabei habe ich vor langer Zeit schon mit der Übersetzung begonnen und da ist es mir nicht aufgefallen.
Das Buch war offenbar in Privatbesitz, denn es gibt schriftliche Anmerkungen. Diese stammen nicht von mir!!!
Der frühere Besitzer hat sich offenbar auch über die falsche
Nummerierung gewundert und die Zahl 13 ganz oben rechts dazu
geschrieben. Die anderen mit Hand geschriebenen Zahlen stammen von
mir.
Offensichtlich habe ich bei meinen Übersetzungen auf die Nummern der
Vierzeiler nicht geachtet, denn ich habe sie "richtig" nummeriert.
Ich habe mir das Buch von Nolan und von "von Rohr" angesehen, die
beide den original Text gebracht haben. Nolan noch dazu ein Faksimile.
In beiden Büchern fehlt der Hinweis auf die doppelte
Zahl 12 und das Fehlen der Zahl 17.
Ob es Absicht war, dass die Reihenfolge nicht eingehalten wurde,
oder ob der Buchdrucker geschlampt hat, weiß ich natürlich nicht.
Zumindest wurde der Fehler in der Ausgabe von 1668 entfernt, denn da scheint alles ordentlich der Reihe nach zu gehen.
Ich halte mich bei meinen Übersetzungen an die Originalausgabe von
1555. Alle anderen Vierzeiler berücksichtige ich noch nicht.
Folgende Links führen zu Originaltexten, die nicht komplett mit
meiner Ausgabe überein stimmen. Einer hat eine englische Übersetzung.
http://ekladata.com/vA5-vGoU2xCUWwf-TtBHTo6YM7E/Michel-Nostradamus-Les-centuries.pdf
http://www.bytesend-inc.com/nostradamus
Manfred Böckl
Ein Roman über Nostradamus
Der Autor scheint ein Mensch mit sehr viel Fantasie zu sein. Er
schrieb vor allem Romane, aber auch Bücher über "Propheten". Da darf
Nostradamus natürlich nicht fehlen. Über ihn gibt es sogar
einen Eintrag auf Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_B%C3%B6ckl
Er hat allerdings einen Roman über Nostradamus geschrieben. Da er
sich mit Geschichte beschäftigt, könnte das Buch interessante Einsichten
in das Leben des Nostradamus bieten. Ich habe es
allerdings nicht gelesen und kann es von daher auch nicht
beurteilen.
https://www.amazon.de/Nostradamus-Prophet-Manfred-B%C3%B6ckl/dp/3612276662
Bernd Harder
Auch die Skeptiker haben sich mit Nostradamus beschäftigt. Im
Prinzip unterscheidet sich deren Auseinandersetzung mit Nostradamus nur
unwesentlich von der anderer Autoren. Nur dass sie eben nicht
glauben, dass Nostradamus die Zukunft vorher gesagt haben soll. Sie
verfügen über genauso wenig Wissen, oder Beweise für ihre Behauptung,
wie die Fans von Nostradamus.
https://www.amazon.de/Nostradamus-Ein-Mythos-wird-entschl%C3%BCsselt/dp/3932710231
Über Bernd Harder gibt es auch einen Wikipedia Eintrag https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Harder
Was Europäer in Europa verorten, sehen andere Völker anders
Was Westeuropäer und Mitteleuropäer in ihrer Wohngegend verorten, glauben Russen in Russland zu finden. https://ik-ptz.ru/de/history/prorochestva-mishelya-nostradamusa-nachinayut-sbyvatsya-s-neba-pridet-velikii-korol.html
Der Autor, oder die Autorin - ich habe keinen Namen gefunden -
vergleicht einige Werke, die sich mit Nostradamus beschäftigen. Es ist
ein sehr interessanter Artikel, unabhängig davon, ob die
Behauptungen real sind, oder nicht. Man macht sich Gedanken über die
Orte, die Nostradamus nannte. Viele werden als russische Städte
"erkannt" und man versucht auch das Jahr 1999, welches ja auch
viele Europäer in Angst und Schrecken versetzte, zu analysieren.
"Auch der König von Angoulême (oder Angolmois) wird unterschiedlich
wahrgenommen. Es gab eine Version, dass dies ein Hinweis auf
die Mongolei ist und der auferstandene König der Mongolen als
zweiter Dschingis Khan kommen sollte. Aber die Astrologin Tamara Globa
wies in der Zeitung „Trud“ darauf hin, dass Angol-Mua ein
Engelsmonat ist (der Zeitraum von Ostern bis Himmelfahrt), und in
der Antike wurde Christus der König von Angol-Mua genannt."
Ganz interessant was man so alles erfährt. Ob es stimmt entzieht
sich meiner Kenntnis, aber warum nicht? "Der Kandidat der Philologischen
Wissenschaften A. Sapelkin widmete seine Dissertation dem
Werk von Nostradamus. In seinem Interview mit Novye Izvestia, das am
11. Januar in SM Number One abgedruckt wurde, behauptet Sapelkin, dass
zur Zeit des Propheten das Jahr von Ostern an gezählt
wurde und daher der siebte Monat sowohl November als auch September
sein kann. Und tatsächlich wurde nach Aussage eines bekannten
Spezialisten für Kalendergeschichte, I. A. Klimishin, in
verschiedenen Regionen und Städten Frankreichs der Jahresanfang auch
nach dem Verkündigungsstil gezählt (ab dem 25. März). nach Ostern (ab
Ostersamstag) oder nach Weihnachten (ab 25. Dezember) .
Seit 1563 wird in Frankreich jedoch der Jahresbeginn am 1. Januar
gefeiert (Nostradamus starb 1566). Die letzten Jahrhunderte wurden
jedoch 1558 veröffentlicht, und die Frage, welchen Monat
Nostradamus den siebten nennt, bleibt offen."
Informationen zum Thema
Vorrede an Caesar
an den er sich angeblich in seiner ersten Vorrede wendete,
bezeichnet Nostradamus als seinen Sohn, wobei er gleichzeitig schreibt,
dieser wäre in einer völlig anderen Gegend geboren worden. Ihm
widmet er das erste Buch. Ich bezweifle, dass er seinen Sohn meinte.
Mir kommt es eher so vor, als habe er seinen früheren Freund und
späteren feind, Caesar Saliger damit gemeint. Auch wenn er
schreibt, "deine späte Ankunft", "dein schwacher Verstand", "in
einer anderen Gegend", kommt mir das logischer vor. Sein Sohn wurde ja
auch nicht in einer anderen Gegend geboren. Ihm hätte er
auch auf einfachere Verse etwas hinterlassen können.
Im Mittelalter war es üblich, jemandem eine Schrift zu widmen. Wer
darüber mehr wissen möchte, findet Informationen in diesem Buch.
Meistens wurden Widmungen verwendet. um einen Gönner zu würdigen,
was in diesem einen Fall wohl nicht so ist. Eine Widmung ist eigentlich
keine Vorrede, sondern es besteht im allgemeinen eine
Beziehung zwischen dem Werk und demjenigen, dem die Widmung gilt.
Heute ist eine Widmung mehr oder weniger eine Danksagung an Menschen,
die einen Beitrag zum Werk leisteten. Auch das trifft in
diesem Fall nicht zu.
https://shop.falter.at/detail/9783777219035/literarische-widmungen-im-mittelalter-und-in-der-renaissance
Scaliger und Nostradamus
Ich gehe davon aus, dass er in seiner Vorrede zum ersten Buch nicht
seinen Sohn Caesar meinte, sondern Julius Caesar Scaliger. Die beiden
Männer waren anfangs Freunde, trennten sich aber in
Feindschaft.
Wer war Scaliger? Man geht davon aus, dass er ein Hochstapler war
und eigentlich Bordone hieß.
https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Caesar_Scaliger Trotzdem machte er
Karriere und wurde berühmt.
Er starb 1558, also kurz nachdem Nostradamus seine Verse
veröffentlicht hatte. Zuvor hatte er schon in seinen Almanachen Verse
geschrieben. Es wäre möglich, dass er sich durch seinen älteren
Freund (und wohl auch Lehrer) dazu hat inspirieren lassen. Denn
Scaliger schrieb Verse, die er ab 1555 seinem Sohn diktierte, was an
sich schon ein großer Zufall ist. Allerdings in Latein
und er war - im Gegensatz zu Nostradamus - ein richtiger und
angesehener Dichter. Sein Sohn hatte übrigens das Sprachentalent seines
Vaters offenbar geerbt. Er war dem Vater in mancherlei
Hinsicht ähnlich. Joseph Justus Scaliger trat 1562 zum
Protestantismus über. Er wurde Hugenotte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten) Damals lebte Nostradamus noch -
er starb 1566 - und wird
vielleicht auch davon erfahren haben. Scaligers Vater war bereits
1558 verstorben. Dieser erfuhr also nicht mehr, dass sein Sohn
konvertiert war. Somit konnte es diesbezüglich auch keinen
familiären Konflikt geben.
Caesar Scaliger starb angeblich als aufrechter Katholik. Nun stellt
sich aber doch die Frage, ob er wirklich Katholik war, oder nur so tat,
als ob. Sein Sohn hielt große Stücke auf ihn. Offenbar
war das Verhältnis der Beiden nicht schlecht. Zur damaligen Zeit war
es gefährlich, kein Katholik zu sein, was viele Menschen wohl davon
abgehalten haben mag, offen zuzugeben, nicht katholisch zu
denken. Was der Sohn in seinem späteren Leben zu spüren bekam.
Sollte er sich wirklich total vom Glauben seines Vaters abgewendet
haben? Oder hatte es schon Tendenzen innerhalb der Familie
gegeben? War Caesar Scaliger wirklich der gläubige Katholik für den
er sich ausgab?
Scaliger schien sich an den jüdischen Tendenzen des Nostradamus zu
stören, geht aus seinen Texten hervor. Allerdings auch am Anspruch des
früheren Freundes und nunmehrigen Feindes, ein Prophet zu
sein. Nostradamus schreibt in seiner Vorrede jedoch, sich den Titel
eines Propheten nicht anmaßen zu wollen. Er bezeichnete sich als
"Seher".
Auf dieser Webseite findet man Texte gegen Nostradamus.
https://www.frommann-holzboog.de/editionen/1210/121000210?lang=de
Nichtswisser
"Doch seine Vorhersagen bringen ihm nicht nur Popularität, sondern
auch Feinde: Als sich die Prophezeiung erfüllt, dass König Heinrich II.
bei einem Turnier den Tod finden wird, wird Nostradamus
vom aufgewühlten Volk des Mordes bezichtigt – doch ohne weitere
Konsequenzen. Zu groß ist die Ehrfurcht vor dem Mann, der in die Zukunft
blicken kann und dabei so oft richtig liegt.", schreibt
Claudia Frickel auf
https://www.gmx.at/magazine/wissen/mystery/wahrsager-wahnsinniger-nostradamus-31633992
In Wahrheit haben seine Zeitgenossen diesen Vers total ignoriert.
Erst später wurde er als Prophezeiung vom Tod Heinrichs II
interpretiert.
Ebenso unwahr ist, was sie über die Kindheit von Nostradamus zu
wissen meint. Aber wenigstens bleibt sie auf dem Teppich und
interpretiert nicht selbst. Trotzdem: solche Artikel tragen zur
Legendenbildung bei.
Nostradamus Tarot
Es gibt ein "Nostradamus Tarot. Oder besser, es wird eines geben, denn lt. Falter Webseite, erscheint es am 1.12.2022.
"1994 entdeckte ein Forscher in der Italienischen Nationalbibliothek
ein bislang verschollenes Manuskript mit 80 mysteriösen Zeichnungen,
welches dem Seher Michael de Nostredame – besser bekannt
als Nostradamus (1503 – 1566) – zugeordnet wurde. Das Manuskript
wurde von Nostradamus an seinen Sohn weitergegeben und verschwand,
nachdem dieser es dem damaligen Papst Urban VIII. gezeigt
hatte. Schon ein kurzer Blick auf die Zeichnungen genügt, um zu
sehen, dass diese mit der Symbolik des Tarots arbeiten. Offenbar
arbeitete der größte Hellseher der Welt an seinem eigenen Tarot,
konnte die Arbeit jedoch nicht gänzlich vollenden. "
https://shop.falter.at/detail/9783866630680/das-nostradamus-tarot
Nostradamus würde sich in seinem Grab umdrehen, wüsste er, was ihm
alles unterstellt wird. Mit Tarot hatte er ganz sicher nichts zu tun.
Aber versuchen kann man es ja. ;)
Warum sogenannte Schlüssel nicht funktionieren können?
Das ist einfach erklärt.
Die meisten angeblichen "Schlüssel" basieren auf Buchstaben.
Nostradamus war kein Idiot. Als er sein Buch verfasste, hatte er bereits
Erfahrungen mit Druckern gemacht. In Form von Almanachen, die
er drucken hat lassen. Der Buchdruck steckte noch in den
Kinderschuhen. Lesen und Schreiben war den Intellektuellen vorbehalten.
Die "normalen Durchschnittsmenschen" beherrschten diese Kunst noch
nicht. Auch die Rechtschreibung wurde noch nicht so ernst genommen,
wie das heute der Fall ist. Nostradamus wusste also, dass die Drucker
Fehler machen würden. Das war gang und gebe. Daher ist es
auch absurd anzunehmen, er habe irgendwelche komplizierten
Berechnungen angestellt, um einen komplizierten Schlüssel aufgrund der
verschiedenen Buchstabenstellungen anzufertigen. Noch dazu auf
Basis von Zahlenwerten.
Zahlenbuchstaben gab es schon lange vor ihm. Nur leider gibt es
viele verschiedene Systeme. Man könnte daher - selbst im Falle einer
solchen Kombination - nicht heraus finden, welches System er
verwendet haben könnte.
Schon die alten Babylonier hatten Zahlensysteme, mit deren Hilfe sie
Namen ausdrücken konnten. Um sie zu entschlüsseln braucht man aber das
"Chiffriersystem, auf dem es basiert. Es gibt Tafeln
auf denen Namen in Ziffern geschrieben sind. Niemand konnte sie
entschlüsseln.
Die mittelalterlichen Kabbalisten kannten viele verschiedene
Systeme, mit verschiedenen Zahlenwerten. Warum hätte Nostradamus ein
System wählen sollen, wo es doch so viele gab? Das widerspricht
voll und ganz dem was er selbst schreibt: "Es ist ganz einfach und
trotzdem für den Verstand schwer zu begreifen."
Schon zu seinen Lebzeiten glaubten viele Menschen an seine
Psi-Fähigkeiten. Spätestens als er seine Almanache heraus brachte, wurde
er populär. Seit 1550 brachte er jährlich so einen
Almanach heraus. Darin war unter vielen Tipps bezüglich der
Körperpflege, Gesundheit, etc. auch eine Voraussage enthalten. Diese
Almanache verkauften sich sehr gut. Auf
https://catalogue.swanngalleries.com/Lots/auction-lot/NOSTRADAMUS-MICHEL-DE--1556--Almanach-pour-lAn-1557?saleno=2111&lotNo=5&refNo=586465
(8.9.2022) findet man ein Foto von einem
solchen Almanach aus dem Jahr 1556. Damit begründete er seinen Ruf
als "Prophet" und seine Quatrains in Form eines Buches gesammelt,
machten ihn schließlich international berühmt. Seither wird er
in den Himmel gelobt.
Heute liest sich das so: "Nostradamus war einer der größten Wahrsager der Menschheit. Viele seiner verschlüsselt Prophezeiungen trafen ein. Er lebte in der Zeit der Inquisition und musste durch seine Voraussagen der Kirche rechnen. Nachdem er öfters flüchten musste und seine Familie an die Pest verlor, widmete er sich der Hellseherei. In seinen Zenturien sagte er verschlüsselt viele Begebenheiten in unserer Geschichte voraus. Natürlich gibt es viele Auslegung, doch Nostradamus bleibt in unserer Welt eine einzigartige Persönlichkeit. Ob man ihm zum Scharlatan degradiert oder zum Mythos hochstilisiert sei egal, die Menschen hat er jedenfalls mit seinen Prophezeiungen immer bewegt. Otto M. Schwarz, seit 2001 Filmkomponist (Polizeiruf 110, Insel zum Träumen, Herzensfeinde), schrieb ein filmmusikalisch verarbeitetes Werk über diesen wohl berühmtesten Wahrsager der letzten 1000 Jahre." https://www.ottomschwarz.com/windmusic/alle-kompositionen/nostradamus-2-3/
Es ist belegt, dass schon seine Zeitgenossen große Stücke auf ihn hielten, während andere ihn vehement ablehnten. So schreibt
Graf Carl v. Klinckowstroem, München.
Michel Nostradamus, der provenzalische Seher, wird heute noch
ebenso, wie zu seiner Zeit, von den verschiedenen Parteien entgegengesetzt
bewertet. Die einen sehen ihn ihm einen gottbegnadeten Seher, die anderen
halten ihn für einen Scharlatan http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/zs_krit_okkult1927/0097/ocr?sid=ee41ce8d2067c480ffda33befbf97f3a
Es spielt keine Rolle, ob es Gegenstimmen gibt, oder nicht. Wenn genügend "Gläubige" immer wieder wiederholen, jemand sei "Gottbegnadet", werden es viele glauben und weiter verbreiten. Das gilt übrigens auch für die Gegenseite. Es ist in beiden Fällen reine Propaganda und Propaganda funktioniert wie Hypnose. Unsere moderne Werbung funktioniert genauso. Der Verstand wird sozusagen abgeschaltet und der Mensch welcher den ständigen Suggestionen ausgesetzt ist, verliert seine Kritikfähigkeit. Man könnte auch von Gehirnwäsche sprechen, wie man sie schon seit ewigen Zeiten aus der Religion kennt. Nur wenige Menschen schaffen es, kritisch zu urteilen, statt zu verehren, oder zu verdammen.
Im Fall des Nostradamus kommt noch hinzu, dass seine Werke sehr bald gefälscht wurden. Was zu einer noch größeren Bekanntheit führte und damit einher gehend auch noch mehr Propaganda. Schließlich mussten die Fälscher ihre Produkte auch anpreisen, um sie verkaufen zu können.
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